Wenn die (heimlich) Herrschenden von Klassenkampf sprechen - Die Ausrottung der "Überflüssigen" als Satire (4)

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Weiter in diesem Text, der für mich klang, als bewiesen mir gerade die reichsten Männe der Welt, dass ich "Big Brother" nicht entkommen könnte ... aber ich will und werde:

junge Welt, 30.04.2013 / Thema / Seite 10Inhalt

Planetarische Herrschaft

Ökonomie. Einblick in die Strategien der Superreichen: Mit ihren Funktionseliten ­entwickeln sie postkapitalistische Machtstrukturen

Von Hans Jürgen Krysmanski
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...Ein Klassenkriegsszenario

Stellen wir uns die neuen planetarischen Herrschaftsstrukturen als eine Ringburg vor (siehe Grafik S. 11). Das Zentrum bilden überall die 0,01 Prozent Superreichen, eine völlig losgelöste und zu allem fähige soziale Schicht, welcher die Wissens- und Informationsgesellschaft alle Mittel in die Hände legt, um sich als eine neue gesellschaftliche Mitte zu etablieren. Um sie herum und ihr am nächsten gruppieren sich als zweiter Ring die Konzern- und Finanzeliten als Spezialisten der Verwertung und Sicherung des Reichtums. Den nächsten Funktionsring bilden die politischen Eliten, die zumindest aus der Sicht des Imperiums der Milliardäre für die möglichst unauffällige Verteilung des Reichtums von unten nach oben zu sorgen haben. Die größte Gruppe bevölkert den Außenring der Festung: die Funktions- und Wissenseliten aller Art, von Wissenschaftlern über Techno- und Bürokraten bis zu den Wohlfühleliten in Medien, Kultur und Sport.

Unter dem Titel »Future Strategic Context« stellte das britische Verteidigungsministerium seinem strategischen Militärinstitut im Jahre 2007 die Frage, welche Kriege und Konflikte die Welt in 30 Jahren bedrohen werden. Die Antwort: Im Jahre 2037 werden sich mehr als 60 Prozent der Menschen weltweit in verslumten Städten um die Bankentürme zusammendrängen. Diese Konzentration von Not, Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit wird einen gewaltigen sozialen Sprengsatz darstellen. Während die fortschreitende internationale Integration Kriege zwischen Staaten zum Erliegen bringt, werden an deren Stelle Konflikte innerhalb der Gesellschaften treten – Bürger-, Sippen- und Klassenkriege. Kurz: »Der Krieg der Staaten geht, der Konflikt der Klassen kommt«, faßte ein Redakteur von Spiegel online zusammen.

In dieser Situation, fahren die britischen Militärstrategen fort, »könnten die Mittelklassen eine revolutionäre Klasse werden und jene Rolle übernehmen, die Marx für das Proletariat vorgesehen hatte«. Aufgerieben zwischen »wachsender sozialer Verelendung einerseits und dem schamlosen Leben der Superreichen andererseits« könnten sich die »Leistungs- und Wissenseliten, die früher einmal Bildungsbürger und Facharbeiter genannt wurden«, zu einem schlagkräftigen Interessenverbund zusammentun. Diese »neue Klasse« würde dann politisch für ihre eigenen grenzüberschreitenden Interessen gegen den Kapitalismus der Superreichen kämpfen. 

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Mein Anteil zur Gegenwehr liegt inzwischen vor: 

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