Wer kennt noch Jürgen Kuczynski oder die Diplomatie des Verschweigens ...

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Es ist mitunter eine besondere Kunst, zwischen den Zeilen zu lesen und aus dem Nichtgesagten das Gesagte zu verstehen.

"Junge Welt" bringt einen Artikel über eine Konferenz der Marx-Engels-Stiftung, bei der es sozusagen um das Erbe des DDR-Denkers ging. 

Zwischen den Zeilen las man, wenn denn, dass dort Zeitgefährten des Verstorbenen über seine Urenkel-Botschaften resümierten. Es war nicht zu erkennen, wie groß die Konferenz in Wuppertal war, aber es wurde angedeutet, dass es eine Versammlung von Greisen (vielleicht auch Greisinnen, aber die blieben unerwähnt) war. Anders gesagt: Es blieb Kuczynkis eigentliches Anliegen, das Weitergeben eines Staffelstabes über Generationen, im Vorzeigen des Stabes stecken - niemand nahm ihn an. Dabei war Fülberths Gedanke des immer wirkenden Scherenschnitts im eigenen Kopf, des permanent vorhandenen Topfes "Das darf man nicht denken" doch etwas, worüber man heute viel nachdenken muss. Auf der einen Seite "erklärt" er einen großen Teil der Mainstreammedien, also dass die Zahl der unmittelbaren Zensureingriffe sich noch in Grenzen hält und trotzdem liest man fast nur bestimmte Sichtweisen / Ereignisse, zum anderen erklärt es auch unser verkrampfte Umgehen mit der DDR-Geschichte. Natürlich auch befördert durch gezielte Entstellungen der Gegner finden sich auf unserer Seite wenige Statements, die in der Selbstdarstellung nicht die kritische Analyse der alten Fehler, die wir beim nächsten Anlauf vermeiden wollen, müssen und (oder) können, durch Selbstverleugnung oder Selbstrechtfertigung verfehlen. Die Aussage von der besten DDR aller Zeiten, in der wir abe auch Fehler gemacht haben, nutzt wenig.

Gönnen wir den Kapitalkämpen nicht die Hoffnung aufdie "biologische Lösung". Gönnen wir aber (wenigstens manchmal) alten Historikern eine gewisse Liebesblindheit dem eigenen System gegenüber. Der bevorstehende Sozialismus ist der letztlich entscheidende ...

 

 

"Kleine und große Widesprüche

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