Wer redet denn heut noch von Klassenkampf?! (2)

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Für den einzelnen Sklaven ist es natürlich ein Unterschied, ob er einem Besitzer in die Hände fällt, der die Arbeitsintensität seiner „Produktionsinstrumente“ mit mehr Peitsche zu erhöhen versucht, oder ob sich der Besitzer um einen pfleglicheren Umgang mit seinem Besitz bemüht, weil er sich sagt, dass der Sklave besser arbeitet, wenn er lieber bei ihm arbeitet (was zum Teil natürlich auf der Art der Sklavenarbeit beruht, ob Verwaltungsaufgaben oder „Galeerenrudern“).

Die „Lösung“ pfleglicher Besitzer ist nur ein Glücksspiel: Erstens kann der Sklave selbst nicht wählen, welchen Besitzer er will, dann ist die Zahl der erträglichen Sklavenlose begrenzt und zu böser Letzt: Die Eigenschaft, Sklave zu sein, produziert eine ständige potentielle Gefahr, bei „Missverhalten“ in den schnellen Peitschentod verkauft zu werden. Insoweit wird auch der von der Peitsche getroffen, den sie nicht direkt trifft. „Sklavenseelen“ sind ja heutzutage wieder „im Kommen“.

Objektiv aber haben alle Sklaven das Interesse gemeinsam, dass die Skaverei verschwinde, egal, ob dies dem einzelnen Sklaven bewusst ist, und alle Sklavenhalter haben erst einmal das Interesse gemeinsam, Sklaven für sich arbeiten lassen zu können.

Der Wille der herrschenden „Klasse“ generiert dabei Selbsterhaltungsinstrumente, die sichern, dass alles grundsätzlich bleibt, wie es ist, den Staat mit allen seinen Elementen. Unabhängig davon, wie diese im konkreten Fall benannt werden, sind das immer sowohl offene Gewaltmittel als auch ideologische Mittel und System erhaltende Moderatoren.

Wichtig für die Zusammenfassung einer großen Menschengruppe zu einer „Klasse“ ist dabei auch die „Nachhaltigkeit“ ihrer objektiven Lage. Ein Sklave kann aus eigener Kraft kein Nicht-Sklave werden sondern nur kraft Rechtsakt seines Besitzers. Ein Lehrjunge oder Knecht mag zwar unter sklavenähnlichen Lebensumständen leben, er hat aber seine potentielle „Umwandlung“ in einen Meister / Bauern im Hinterkopf.

Dies begründet moderne Klassenkampfmethoden heute Herrschender, die natürlich Klassentheorien kennen und anwenden. Primitiv gesagt: Bausparkassendenken verbreiten, Mitarbeiteraktien u.Ä. Hier wird den einzelnen suggeriert, sie entwachsen durch konformes Verhalten ihrem Unterklassenstatus. Entsprechend werden Mythen vom Millionär, der Tellerwäscher war, immer neu in die Manipulationsindustrie eingebraucht, ja z.T. Erst fabriziert (Bill Gates oder die „Facebook-Story“ von einem, der nur die richtige Idee hatte usw.)

 

 

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