Wie sehen die nächsten Revolutionen aus? (2)

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Vor der wahrscheinlichsten Variante einer Revolution sollten wir wirklich Angst haben. Das wäre nämlich eine unter Bedingungen, unter der der „Durchschnittsmensch“ sagte „Alles, nur nicht weiter so wie jetzt“. Also Oktoberrevolution.

Natürlich kann man sich die Sache damals heroisch ausschmücken oder in einen Putsch einer kelinen Gruppen eindampfen. Ich fürchte aber, dass der einfache Muschik an der Front wie die meisten Madgas igegendwo im weiten Russland EIGENTLICH Gott und Väterchen Zar zutiefst ergeben waren, den Reden gelegentlich auftauchender Revolutionäre mit ungläubigem Staunen lauschte und sich nachher heimlich bekreuzigte, der Sünde wegen, solch ketzerisches Zeug angehört zu haben. Aber Topf war leer und Tod nah. Alles Andere schien besser: Frieden, Brot, ein eigenes Stück Land …

Der Eindruck, Stalin fand bei vielen auch mit seinen menschenverachtenden Kämpfen gegen das eigene Volk bei vielen einfachen Leuten Zustimmung (!), dürfte damit zusammenhängen, dass in ihm der rote Zar gesehen wurde, der sein Land vor den bösen deutschen Faschisten bewahrte.

Was da losging, begriffen ja auch Lenins unmittelbare Kampfgenossen nur teilweise. Was wollen, was können wir einführen, was davon sofort.

Krieg als Nährboden der Revolte auf der einen Seite und als Beschränkung der Machtmittel der Herrschenden auf der anderen. Die Pariser Commune konnte sich erheben, weil eben die feigen eigenen bürgerlichen Herren das Kampffeld gegen die anrückenden Preußendeutschen geräumt hatten, die russische Armee war wenig erfolgreich, vor allem aber lagen ihre Waffen konkret in den Händen von Arbeitern und nicht in denen treuest ergebener Büttel der alten Macht, im zweiten Weltkrieg war der alte Staatsapparat von außen zerschlagen worden.

 

Hier ist ein Ausflug in die Praxis der Evolutionsgesetze sinnvoll. Die Evolution des Lebens kennt nämlich zwei prinzipielle Mechanismen der Anpassung.

 

Der eine Mechanismus ist der allmähliche. Es gibt also Umweltbedingungen, denen im Laufe von Jahrmillionen erst einmal ein Gleichgewicht herausgebildet hat zwischen seinen vielen Komponenten, also im Wesentlich von Wesen, die gefressen werden, und solchen, die fressen. Jede Seite entwickelt innerhalb dieses Gleichgewichts neue Details, mit der sie dieses Gleichgewicht zugunsten der eigenen Seite verschieben, die andere durch wachsenden Misserfolg gezwungen wird, also des Hungers wegen, neue Existenzwaffen zu entwickeln. Typische Beispiele sind z. B. Köpermerkmale, die eine schnellere Wahrnehmung und Fortbewegung ermöglichen. Das klassische Beispiel ist das allgemeine Größenwachstum. Solange die Üppigkeit des Pflanzenwuchses dies zuließ wurden wesentliche Pflanzenfresser immer größer, weil bereits die Körpermasse für sich genommen ein Vorteil war, wenn man nicht schneller sein konnte als der Räuber. Es entwickelten sich die Dinosaurier. ...

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