Donnerstag, 9. juli 2009

Der NPD-Funktionär Hähnel stellte in der Berliner Bezirksverordnetenversammlung den Antrag, den Anton Saefkow- Platz in Waldemar Papst - Platz umzubenennen. damit sollen die Mörder Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts geehrt werden. Er handelte sich damit ein Gerichtsverfahren wegen Billigung einer schweren Straftat (wie sie die Ermordung der beiden Sozialisten darstellt) ein.

Die Verteidigung nun argumentiert, dass dies keine Ermordung, sondern eine nach damaliger Rechtslage legale Hinrichtung war, um die Novemberrevolution zu retten !

Die Argumentation verläuft so: Träger der Revolution waren die Sozialdemokraten, die von den Bolschewisten bei der Revolution behindert wurden, da diese eine neue Diktatur errichen wollten. Da die zivilen Revolutionsbehörden die Bolschewisten nicht stoppen konnten, vollzog das Militär in völligem Einklang mit der damaligen  Gesetzeslage die standrechtliche Hinrichtung, um die demokratische Revolution zu retten. Damit versucht die NPD den Militarismus zum Verteidiger der Revolution 1918 zu erheben und der Mord an Rosa und Karl wird zu einem Akt "wehrhafter Demokratie" geadelt. Man  kommt so der Argumentation von Elsässers "Volksfront" entgegen, die den deutschen Nationalismus gegen die "imperialistischen Auswüchse" in Schutz nimmt - Im Einzelnen:   

Zusammenfassung
Im Mittelpunkt des Verfahrens gegen Jörg Hähnel steht die Frage, ob er eine Straftat gebilligt hat. Dazu ist notwendig zu klären welcher rechtliche Rahmen bestand und wann und wie in diesem Rahmen welche Handlung eine Straftat darstellte und welche nicht.

1. Seit dem 29.September 1918 herrschte in Deutschland ein friedlicher revolutionärer Prozeß auf Grundlage der bestehenden Reichsverfassung von 1871, getragen von den Mehrheitsparteien des Deutschen Reichstages, der Ministerialbürokratie und der Obersten Heeresleitung.

2. Seit dem 28. Oktober 1918 war das Deutsche Reich eine parlamentarische Monarchie mit dem Reichstag verantwortlichem Reichskanzler.

3. Am 9. November 1918 wurde die deutsche Oktoberrevolution zur sozialdemokratischen Novemberrevolution. Die Übergabe der Regierungsgewalt an die SPD und die Ausrufung der Republik war notwendig geworden, um linksextremistische Umtriebe zur Errichtung einer bolschewistisch-terroristischen Militärdiktatur zu vereiteln.

4. Der am 10. November 1918 gebildete Rat der Volksbeauftragten war faktisch alleiniger Inhaber der revolutionären Diktaturgewalt.

5. Mit dem Beschluß des Ersten Allgemeinen Kongresses der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands vom 19. Dezember 1918 allgemeine, gleiche, freie und geheime Wahlen zu einer Deutschen Nationalversammlung abzuhalten, der Bestätigung des Rates der Volksbeauftragten als oberstes Organ der gesetzgebenden und vollziehenden Gewalt im Deutschen Reich und der Bestimmung des Zentralrates der Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräte zum Kontrollorgan des Rates der Volksbeauftragten, hatte das Deutsche Reich eine neue revolutionäre Verfassungsordnung, die mit allen positiven und überpositiven Rechtsmitteln bewahrt werden dürfte.

6. Mit dem Austritt der Unabhängigen Sozialdemokraten aus dem Rat der Volksbeauftragten, am 29. Dezember 1918, war die SPD alleiniger Inhaber der revolutionären Diktaturgewalt und berechtigt zum Schutz der Verfassung und des revolutionären Staates und seiner Organe überpositive Rechtsmittel anzuwenden.

7. Am 6. Januar 1919 wurde der Volksbeauftragte Gustav Noske (SPD) vom Rat der Volksbeauftragten, Teilen der preußischen Landesregierung und des Zentralrates der Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräte zum Oberbefehlshaber in und bei Berlin ernannt und mit außerordentlichen Vollmachten ausgestattet.

8. Noske auf Grund der revolutionären Diktaturgewalt befugt, die Vorschritten des preußischen Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 und die Vorschrift über den Waffengebrauch des Militärs und seine Mitwirkung zur Unterdrückung innerer Unruhen vom 19. März 1914 überpositiv auszulegen und damit Freiheit von den Beschränkungen dieser Normen zu besitzen.

9. Der Zentralrat der Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräte verhängte am 6. Januar 1919 den vollständig verschärften Kriegs- und Belagerungszustand in und bei Berlin, veröffentlicht am 7. Januar 1919 im Reichsanzeiger Nr. 5.

10. Am 15. Januar 1919 wurden die steckbrieflich gesuchten mutmaßlichen Hoch- und Landesverräter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in ihrem Versteck aufgespürt und dem Stab der Garde-Kavallerie-Schützen-Division zugeführt.

11. In überpositiver Auslegung der Vorschrift über den Waffengebrauch des Militärs und seine Mitwirkung zur Unterdrückung innerer Unruhen vom 19. März 1914 stellte der erste Generalstabsoffizier der Division, der damalige Hauptmann Waldemar Pabst fest, daß die zivilen Behörden in der Frage der Behandlung von Liebknecht und Luxemburg nicht handlungsfähig waren, übernahm die vollziehende Gewalt, bildete in überpositiver Auslegung des preußischen Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 ein den Beschränkungen des Gesetzes nicht unterworfenes außerordentliches Kriegsgericht, daß die beiden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wegen Hoch- und Landesverrates zum Tod verurteilte und in überpositiver Auslegung des Gesetzes den sofortigen Vollzug anordnete.

12. Der Gebrauch der Schusswaffen ohne formale Hinrichtungssituation ergab sich aus der oben genannten Vorschrift vom 19. März 1914, da der gesetzliche Zweck, die beiden mit dem Tod zu bestrafen, nicht anders zu erreichen war, als in der gewählten Form.

13. Die amtliche Darstellung der Todesfälle, als im Fall Liebknecht auf der Flucht erschossen und im Fall Luxemburg von einem unbekannten aus einer wütenden Menge heraus erschossen, war Grundlage für den Mordmythos. Die Darstellung der Hinrichtungen in dieser Form war aber politisch geboten, da die SPD im Fall des Bekanntwerdens einer angeordneten Hinrichtung eine weitere Zersetzung der Partei befürchten mußte und eine unzulässige Beeinflussung des Wahlergebnisses zur Deutschen Nationalversammlung am Sonntag, den 19. Januar 1919

14. Gerichtlich belangt wurden ohne, daß dem ordentlichen Feldkriegsgericht die oben aufgezählten Tatsachen bekannt waren, der Oberleutnant a. D. Kurt Vogel wegen Wachvergehen, hier der mangelhafte Schutz Luxemburgs vor den Kolbenschlägen Runges und die illegale Beseitigung der Leiche, sowie der Husar Otto Wilhelm Runge wegen versuchten Totschlags an Liebknecht und Luxemburg und der Leutnant zur See Rudolf Liepmann wegen Begünstigung Runges.

15. Die Urteile fußten auf dem damaligen Recht und sind bis heute rechtskräftig.

16. Der Mordmythos ist Teil der bolschewistischen Strategie und Taktik, daß alle Handlungen einer nicht bolschewistischen Macht gegen bolschewistische Vergehen und Verbrechen und bolschewistischen Rechtsbrechern grundsätzlich „illegal“ sind.

17. Aus den genannten Gründen hat Jörg Hähnel keine Straftat gegen das Leben der Rosa Luxemburg gebilligt, da keine Straftat vorlag, sondern die überpositive Anwendung bestehender Rechtsnormen zum Schutz des Staates und seines Bestandes, als Akt „Wehrhafter Demokratie“. Dies hat Jörg Hähnel in seiner Rede deutlich gemacht.

Quelle: NPD 01.07.09

aus: http://de.altermedia.info/general/wie-starb-rosa-luxemburg-wirklich-–-morgen-fortsetzung-des-berufungsverfahrens-gegen-jorg-hahnel-

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Mittwoch, 8. juli 2009
Piratenpartei ohne Kompass unterwegs



06.07.09
www.scharf-links.de

 

 

 

Von Edith Bartelmus-Scholich

Als 2006 nach dem Vorbild der schwedischen Piratenpartei auch in Deutschland die Piraten sich parteiförmig organisierten, startete die Partei mit 50 Gründungsmitgliedern. In den zweieinhalb Jahren bis zur Eu-Wahl wuchs sie auf ca. 800 Mitglieder an. Die internetaffine Kleinpartei arbeitete an  Konzepten gegen die Aushöhlung von Bürgerrechten, zur Erweiterung des Datenschutzes und setzt sich für eine Anpassung des Urheberrechts ein. Nicht kommerzielle Nutzung und Weiterverarbeitung von Dateien soll ungeachtet der Urheberrechte möglich werden. Diese Ziele wollte man unabhängig von ideologischen Begrenzungen gemeinsam erreichen.

Der seit 2001 auch in der BRD forcierte Umbau zum autoritären Überwachungsstaat hat eine breite größtenteils bürgerliche Protestbewegung hervorgerufen. Unter der Parole "Freiheit statt Angst" des "AK Vorratsdaten" demonstrieren flächendeckend Hunderttausende gegen den Abbau von Bürgerrechten, Eingriffe in den Datenschutz, Verschärfungen der Versammlungsgesetze und Internetzensur. Die Piratenpartei surft auf dieser Welle. Zuletzt hat der von Millionen geteilte Protest gegen die Internetzensur der Bundesregierung der Partei ein sehr achtbares Ergebnis bei den Wahlen zum EU-Parlament beschert. Ca. 226.000 WählerInnen gaben den Piraten die Stimme. 0,9% bei sehr geringer Wahlbeteiligung bringen der Partei in den nächsten Jahren Finanzmittel aus der Wahlkampfrückerstattung.

Das gute Ergebnis der EU-Wahlen hat nun in nur drei Wochen zur Verdreifachung der Mitgliederzahlen auf 3200 Mitglieder geführt. Hinzu kam ein prominenter Neuzugang. Der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss ist von der SPD zu den Piraten übergetreten. Dadurch hat die Kleinpartei momentan einen Abgeordneten im Bundestag.

Am Wochenende trafen sich nun knapp 300 der 3200 Mitglieder zu einem Bundesparteitag. Weniger als drei Monate vor der Bundestagswahl wollen die Piraten nicht nur kandidieren und in den Bundestag einziehen, nein, sie wollen möglichst in die Regierung eintreten. Dabei ist ihnen die Richtung der Koalition, der sie angehören wollen, egal.

Diese Strategie basiert einer Überschätzung von Parlament und Regierungsteilnahme sowie auf der Vorstellung, es gebe eine in ideologiefreie Politik, bestimmt durch einige Forderungen, die allen Menschen gleichermaßen nutzen,  und eine solide Fachlichkeit, für die die Piraten sowohl rechte als auch linke Verbündete finden könnten. Bemerkenswert ist dabei, dass die Kollision dieser Strategie mit der politischen Realität der Macht- und Verteilungskämpfe schon stattgefunden hat. Einer Minderheit auf dem Parteitag der Piraten war sehr wohl bewusst, dass die eingeforderten Bürgerrechte geerdet werden müssen, durch soziale Teilhabe und Steuergerechtigkeit. Sie schlugen die Erweiterung des vom Bundesvorsitzenden Jens Seipenbusch eingebrachten Kernprogramms um Sozial- und Finanzpolitik vor. Recht deutlich scheiterten jedoch diese Vorstöße. Über die Bürgerrechtspolitik hinaus ließ Seipenbusch nur ein neues Kapitel Bildungspolitik zu. Sozialpolitische Forderungen würden, so sagte er sinngemäß, den Konsens der Piratenpartei sprengen. Somit blieb es beim Kernprogramm, dem lediglich der freie Zugang zu Bildungseinrichtungen hinzugefügt wurde. Ein klassisch liberales Konstrukt, welches in der gesellschaftlichen Wirklichkeit, Bürgerrechte, Teilhabe und freien Zugang eng mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten verkoppelt, ohne diese Bedingungen transparent zu machen, dadurch aber in der Realität Rechte erster, zweiter und dritter Ordnung schaffend.

Mit den Anforderungen an einen Wahlantritt zur Bundestagswahl geriet auch die von den Piraten angestrebte Basisdemokratie an ihre Grenzen. Auf dem Parteitag bestimmten ca. 9% zufällig anwesende Mitglieder das Geschehen. Jedes Delegiertensystem wäre demokratischer gewesen. Es zeigte sich zudem, dass Jens Seipenbusch eine sehr dichte Tagesordnung und die Weigerung ein ihm nicht passendes Programm in der folgenden Pressekonferenz mit vollem Einsatz zu vertreten, erfolgreich einsetzte um den von ihm vorgelegten Programmentwurf praktisch ohne inhaltliche Debatte durchzusetzen. Lediglich um den strittigen Punkt "Urheberrecht" wurde gerungen. Dass der Parteitag dies hinnahm, lässt ahnen, dass basisdemokratische Ansprüche auch künftig den sogenannten Sachzwängen geopfert werden.

Schließlich wurde auf dem Parteitag noch offenbar, dass die Piraten sich nicht genügend vom rechten Rand abgrenzen. Mit Bodo Thiesen gehört der Partei ein rechtsradikaler Wirrkopf an, der Hitler würdigt, den deutschen Überfall auf Polen, der den zweiten Weltkrieg auslöste, relativiert und den Holocaust erst einmal wissenschaftlich neu bewerten will. Seine braune Denke war kein Geheimnis - erst vor Kurzem hatte er sich im Piraten-Wiki zu seiner "eigenwilligen Geschichtsauffassung" bekannt -  und stand auf dem Parteitag zur Debatte. Dennoch wurde er gegen Mitbewerber als Stellvertreter ins Schiedsgericht der Partei gewählt. 86 von 210 Mitglieder auf dem Parteitag gaben Thiesen die Stimme. Dieses Ergebnis wirft die Frage auf, wo diese 86 Piraten politisch eigentlich stehen. Als Mitglieder der Partei heute im Wiki der Piraten Thiesen's braune Gesinnung und die Schädlichkeit seiner Wahl in ein Parteiamt dikutierten, war es dann auch noch aus mit freier innerparteilicher Debatte und Transparenz. Die kritischen Beiträge wurden schlicht zensiert. Eine Todsünde gemessen am eigenen Anspruch.

Der Parteitag hat offenbart, dass die Piraten sich auf einer Irrfahrt befinden. Ohne Kompass und nur mit Kartenfragmenten kann man sich nicht "fertig machen zum Ändern". Anders als in einer Ein-Punkt-Bewegung muss eine Partei, die zur Bundestagswahl antritt, Konzepte für alle zu lösenden Probleme erarbeiten. Wählerinnen und Wähler werden nämlich wissen wollen, ob die Partei im Bundestag etwa mit der FDP den ALG II - Regelsatz um 30% kürzen oder mit der Union die Mehrwertsteuer um 6% erhöhen will oder ob sie der Rücknahme des Ausstiegs aus der Kernkraft zustimmen würde. Wer darauf keine Antworten hat, ist kaum wählbar. Wer zudem Rechtsradikalen in seiner Partei Raum gibt, ist es bestimmt nicht.

Die Hoffnungen der Piratenpartei werden im September an den Klippen der Realität zerschellen. Das ist angesichts der gepflegten Illusionen, der großen Löcher in der Programmatik, der schon offenbar werdenden Defizite gegenüber den eigenen Ansprüchen und der ungenügenden Abgrenzung zum rechten Rand nur logisch. Wünschenswert ist darüber hinaus, dass die Partei danach eine solide Arbeit in der breiten Bewegung gegen den Überwachungsstaat und eine gründliche Erarbeitung eines umfassenden Politikkonzepts des freien Zugangs für alle Menschen nicht nur zum Netz, sondern zu allen Lebensmitteln angeht. Empfohlen sei ihr dazu ein Rückgriff auf die Tradition der Freibeuter der Meere, die mit praktizierter Basisdemokratie und Verteilungsgerechtigkeit dem atlantischen Handelskapitalismus über lange Zeit gefährdeten.

Edith Bartelmus-Scholich, 6.7.09

Die Diskussion im Piratenforum:

http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=1&t=6705&p=76396#p76396

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Mittwoch, 8. juli 2009
Wichtiger Gerichts-Termin,

Liebe Genossinnen und Genossen, Liebe Mitstreiter

 viele von Euch haben das Volksbegehren zur Offenlegung der geheimen Verträge, die 1999 und danach zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe geschlossen wurden, unterstützt. Mindestens 100 Landesparteitagsdelegierte der SPD Berlin haben das Volksbegehren unterschrieben! Die SPD hat für diese Wahlperiode im Wahlprogramm zusammen mit der Partei " Die Linken" stehen :"Wir werden die Rekommunalisierung der Wasserbetriebe prüfen"!

Geschehen ist von Senat und Abgeordnetenhaus nichts in diesem Sinne. Im Gegenteil, es wird geblockt und weiter brav die Rendite an RWE und Veolia gezahlt, nach der Formel R+2% (Rendite plus 2 Prozent) auf eine steigende Bemessungsgrundlage das sogenannte (betriebsnotweniges Kapital).

Das natürliche Monopol Wasser wurde sogar noch durch den Anschluß und Benutzerzwang verschärft.

RWE/Veolia erhalten quasi eine garantierte Rendite solange der Vertrag läuft. In einem geheimen Vertrag wurde über die Formel (r+2 auf das betriebsnotwendiges Kapital ) eine Rendite Zusage gegeben. Die versprochen Rendite steigt jährlich an.

Aber woher soll das Geld kommen? Löhne runter, Instandhaltungskosten senken und Wasserpreise steigern! Das war die Devise bis heute!

Die garantierte Rendite wurde zu einem großen Teil aus den Preissteigerungen "erwirtschaftet", die über uns seit 2004, Jahr für Jahr ergehen. (Bis 2003 waren die Preise gedeckelt, Die Privaten haben den versprochen Gewinn bis 2008 aber immer bekommen, wenn nötig auch aus einer sogenannten disproportionalen Gewinnverteilung , Das bedeutet: wurden die Preise vom Senat nicht so erhöht, daß die Rendite aus dem erhöhten Preisen bezahlt werden konnte, verzichtete der Senat/das Land Berlin auf Teile seines Gewinns. Das bezahlen wir natürlich am Ende auch!

Das Verfassungsgricht hatte 1999 die Kalkulation der Rendite im Wasserpreis an zwei Punkten für verfassungswidrig - also nichtig erklärt!

Die ursprünglich versprochen Rendite wird aber dennoch gezahlt! Trotz Urteil des Berliner Verfassungsgerichtes!.

Damit das überhaupt geht hat Rot/Rot die Gesetze zur Preiskalkulation Wassertarife so geändert, daß sie auf den geheimen Vertrag passen.!

Die Zusammenhänge werden und wurden von Rot Rot verschleiert! Es wurde ja Geheimhaltung vereinbart und daran hält man sich!

Nur die Bürger haben etwas unternommen . Wir wollen die Geheimen Verträge sehen! Nun sollen wir ausgebremst werden.

Niemand soll wissen, was der Senat 1999 und danach verbockt hat. So der Senat und seine Berater- und die Anwaltskanzlei, die vom Abgeordnetenhaus beauftragt wurde!

Deshalb ist es sicher auch für Euch von Interesse-, wie das Verfahren ausgeht. Es geht um Wasser! Das wichtigste Lebensmittel!

Die Verhandlung ist öffentlich und auch genügend Platz! Ihr könnt kommen, wenn Ihr denn vormittags Zeit habt.

Ich würde mich über Eure moralische Unterstützung freuen, wenn wir vom Wassertisch vor dem Verfassungsgericht

unser aller Anliegen vertreten....

Dienstag, 14.Juli, 10 Uhr im Plenarsaal (Raum 240) im Berliner Kammergericht,

Elßholzstr. 30-33, Gerichtsgebäude am Kleistpark, Schöneberg.

Alle Interessierten, insbesondere diejenigen, die 2008 bei unserem

>> Antrag auf ein Volksbegehren zur Schaffung eines Gesetzes

"Schluss mit Geheimverträgen -

Wir Berliner wollen unser Wasser zurück!" <<

ihre Unterschrift geleistet oder sogar selbst trotz Winterwetter aktiv mitgesammelt haben, sind eingeladen zu einer öffentlichen juristischen Debatte beim Berliner Verfassungsgerichtshof, veranlasst durch unsere Klage gegen den Senat von Berlin.

Es geht um die Frage, ob unser Volksbegehren zur Offenlegung der Geheimverträge tatsächlich gegen die Verfassung verstößt, wie der Berliner Senat behauptet. Begründung des Senats: Wir würden mit unserem Volksbegehren gegen die Verfassung verstoßen wegen "Verletzung der Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Vertragspartner RWE und Veolia".

Rückblick:

Für die erste erfolgreiche Stufe ('Antrag' für ein Volksbegehren) sammelten wir im vergangenen Jahr mit vielerlei Hilfe bekanntlich fast 40.000 Unterschriften (20.000 wurden benötigt.

Ausblick:

Für die von uns nun einzuklagende zweite Stufe, also das Volksbegehren selbst, wenn es denn durch Richterspruch gestattet wäre, benötigen wir dann 170.000 Unterschriften - und wiederum sehr viele und noch mehr HelferInnen!


Unser darüber hinausgehendes, letztlich angestrebtes Ziel lautet:

" Berliner Wasserbetriebe zurück in Bürgerhand unter demokratischer Kontrolle!"



Es grüßt Euch

Gerlinde Schermer
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Dienstag, 7. juli 2009

Liebe SDS - Aktive und SympathisantInnen,

eine erfolgreiche Aktionswoche liegt hinter uns: 270.000 demonstrierten für eine bessere Bildung. Politik, Rektoren und Medien können uns nun nicht mehr ignorieren — aber wie geht es jetzt weiter? Alle haben unsere Forderungen angeblich unterstützt, aber niemand will für die gegenwärtigen Misere verantwortlich gemacht werden. Um nächstes Semester weiter zu kommen, sollten wir uns noch besser vorbereiten, unsere Argumente schärfen und Analysen verbessern.

Die Linke.SDS will dazu einen Beitrag leisten. Daher laden wir Euch ein zum "Make Capitalism History" Kongress vom 2. bis 4. Oktober an der FU Berlin. Der Kongress beschäftigt sich mit der Weltwirtschaftskrise, der Rolle von Bildung im Kapitalismus, möglichen Systemalternativen und der Organisation von Gegenwehr.

Wir wollen Studierende und SchülerInnen zusammenbringen mit Aktiven aus den Krisenprotesten, den Gewerkschaften, der LINKEN und der globalisierungskritischen Bewegung, um eine Woche nach der Bundestagswahl (und 2 Wochen vor Semesterstart) über Analysen, Alternativen und Aktionen zu diskutieren.

### Themenblock BILDUNG:

I) Analyse:

- Elite und Masse. Die Aufspaltung des deutschen Hochschulsystems — Michael Hartmann (Prof. für Soziologie)

- Hochschulen und die Reproduktion von Ideologie und Herrschaft — Alex Demirovic ("Demokratie in der Wirtschaft")

- Gute Bildung für alle? Eine Kritik des deutschen Bildungs- und Ausbildungssystems — Lisa Hofmann (Initiative "Grundrecht auf Ausbildung", Gewerkschaftsjugend), Tobias Kaphegyi (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik)

- 10 Jahre Bologna. Eine kritische Bilanz — Andreas Keller (GEW), Marius Reiser (Prof. für Theologie, angefragt)

II) Alternativen:

- Die bolivarianische Hochschule. Modell für ein solidarisches Bildungssystem — Osly Hernandez (Studentin, Venezuela)

- ... /We don/'/t need no/ /thought control/. Plädoyer für einen emanzipatorischen und autoritätskritischen Bildungsbegriff - Carmen Ludwig und Alex Wagner (GEW Hessen)

- Konzepte für eine demokratische Hochschule. Die Denkschrift des SDS neu gelesen — Lucia Schnell (Referentin für Hochschulpolitik Fraktion DIE LINKE.)

III) Aktion

- Bildungsstreik international — mit Gästen aus Venezuela, Frankreich, Spanien, Italien

- Der SHB (Soz. Hochschulbund) und die Erfahrungen der "gewerkschaftlichen Orientierung" — Harald Weinberg (Vorsitzender SHB 1984-86)

- Crash-Kurs ziviler Ungehorsam — Peter Grottian (Prof. em. FU Berlin, aktiv im Bildungsstreik)

weitere Themenblöcke: Kapitalismus, Kultur, Marx


### Weitere RednerInnen:

*Elmar Altvater* ("Das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen"), *Valery Alzaga* (Organizing-Koordinatorin Change to Win Europa), *Cinzia Arruza *("Pensare con Marx. Ripensare Marx"), *Tobias ten Brink* ("Geopolitik"), *Aleksandr Buzgalin* (Professor für Ökonomie, Moskau), *Sevim Dagdelen* (MdB DIE LINKE, DIDF), *Dietmar* *Dath* (Schriftsteller "Maschinenwinter"), *Mike Davis *("Planet of Slums"), *Klaus Dörre* (Professor für Soziologie, Jena), *Bernd Gerhke* (Historiker und DDR-Oppositioneller), *Sven Giegold *(B90/Die Grünen), *Heike Hänsel* (MdB und Friedensaktivistin), *Michael Heinrich* ("Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie"), *Dierk* *Hirschel* (DGB Chef Ökonom), *Andrej Holm *(Stadtsoziologe), *John Kannankulam* ("Autoritärer Etatismus im Neo-Liberalismus"), *Katja Kipping *(MdB DIE LINKE und Netzwerk Grundeinkommen), *Michael Krätke* (Lancester University), *Tim Laumeyer* (Antifaschistische Linke Berlin), *Meena Menon* (Focus on the Global South, Vorbereitunsgkommittee Weltsozialforum Mumbai), *Bernd Riexinger* (ver.di), *Thomas Sablowski* (Redaktion PROKLA), *Hans-Jürgen Urban* (IG Metall), *Frieder Otto Wolf *(FU Berlin), *Raul Zelik* (Schriftsteller) *u.v.a**.*

Make Capitalism History Kongress 2009 Berlin


### Mit Veranstaltungen wie z.B.:

- /Podium/*: Enteignen, Transformieren, Vergesellschaften.* Perspektiven für eine demokratische Wirtschaft — Hans Jürgen Urban, Alexander Buzgalin u.a.

- /Podium/*: Wie weiter für die Außerparlamentarische Bewegung?* — Mit VertreterInnen von ver.di, DIE LINKE, Antifaschistische Linke Berlin, attac und Die Linke.SDS

- /Podium/*:* *Ist ein Green New Deal die Lösung?* Elmar Altvater und Sven Giegold

- Planet of Slums.* Migration im Kapitalismus
- Der lange Abschwung* - Die Ursachen der Krise seit den 70er Jahren
- Ist Feminismus out?
- Streetart im Postfordismus
- Was ist an der marxschen Theorie heute noch aktuell?
- Pro-Contra Bedingungsloses Grundeinkommen
- Anti-muslimischer Rassismus und die neue Rechte
- Wem gehört die Stadt?* Gentrifizierung und Privatisierung
- "Ich will den ganzen Kuchen, aber nicht die ganze Küche..."* - Geschlechterverhältnisse in einer solidarischen Gesellschaft
- Marx für PsychologInnen
- Was lief schief in der DDR?
- Revolutionäre Stadtarchitektur
- Ist der Mensch zu schlecht für eine solidarische Gesellschaft?
- Du bist Terrorist!* — Überwachungsstaat und neue Medien

plus Kulturprogramm: Lesungen, Filme, Konzerte, Parties


### Jetzt anmelden: www.make-capitalism-history.de

- für Studierende/SchülerInnen/Azubis: 10 Euro
- für Erwerbslose: 10 Euro
- für Arbeitnehmerinnen: 20 Euro
- das Soli-Ticket für Gutverdienende und alle, die den Kongress unterstützen wollen: 40 Euro

Eine frühe Anmeldung erleichtert uns die Planung von Verpflegung, Übernachtungsmöglichkeiten, Kinderbetreuung usw. /- Alle Infos zu Bussen und Anreise auf der Kongress-Webseite.


### Der Video-Trailer zum Kongress:

Make Capitalism History Kongress 2009 Berlin http://www.make-capitalism-history.de


### Der Reader zum Kongress:

Einen ersten Reader gibt es nun online auf der Homepage http://linkesdsgruppe3.minuskel.de/kongress/reader/ . In der nächsten Zeit werden regelmäßig weitere Texte hinzukommen.


### Material zum Weiterverteilen:

Ihr wollt mithelfen, diesen Kongress bekannt zu machen, euch fällt ein guter Ort für ein Plakat ein oder ihr braucht neues Material, um Nazi-Sticker zu überkleben, dann meldet euch unter mch@ole-guinand.de oder telefonisch unter /030-24009405 /oder /0178-9165769/.


### Vernetzt euch mit uns auf:

MCH auf Facebook http://www.facebook.com/group.php?gid=112278138792

MCH auf MySpace http://www.myspace.com/makecapitalismhistory

Make Capitalism History Kongress 2009 Berlin http://twitter.com/mch_kongress09


Herausgeber : DIE LINKE.Hochschulgruppennetzwerk
http://www.revolte.de/linke-hsg
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Dienstag, 7. juli 2009


Privatisierung - Bezirke müssen Jugendclubs abgeben

Berlin - Nach den Kitas steht jetzt bei den Jugendfreizeitheimen eine
neue Privatisierungswelle bevor: Die Finanznot zwingt die Bezirke dazu,
sich von Einrichtungen zu trennen und sie an freie Träger zu geben, die
kostengünstiger arbeiten als die öffentliche Hand. Im Rahmen der
Haushaltsberatungen im Herbst wird mit entsprechenden
Richtungsentscheidungen gerechnet. In den Bezirken tagen zurzeit
Arbeitsgruppen, die Vorschläge zusammentragen. Darüber hinaus stehen
auch andere Aufgabenbereiche der Jugendämter unter Einspardruck.

Die Bezirke sind unterschiedlich weit bei den Privatisierungen.
Vorgeprescht war Lichtenberg bereits vor zwei Jahren: Ausgelöst durch
ein immenses Haushaltsloch waren bis auf vier Jugendfreizeitheime alle
Einrichtungen freien Trägern übergeben worden – damit sind etwa 90
Prozent der Häuser nicht mehr öffentlich. „Unterm Strich war das bislang
eine gute Lösung“, urteilt Jugendstadtrat Michael Räßler-Wolff (Linke).

Dass die Bezirke durch Privatisierungen viel sparen können, ohne dass
das Angebot erst mal leidet, liegt an der Kostenstruktur: Eine
Angebotsstunde in öffentlicher Trägerschaft kostet wegen der hohen
Verwaltungskosten weit über 50 Euro. Dabei werden alle Kosten rund um
eine Einrichtung, von der Glühbirne bis zur Grünanlage, als
Betreuungskosten abgerechnet. Vom Land erhielt der Bezirk aber lediglich
knapp 44 Euro zugewiesen.

Von dieser finanziellen Knebelung befreite sich der Bezirk. Für die
Angebotsstunde freier Träger weist Berlin 26,03 Euro zu. Lichtenberg
konnte durch die gewonnenen Spielräume einen politischen Preis von 27,28
Euro festlegen, von denen 22,18 Euro netto in den Einrichtungen ankommen
– für Berliner Verhältnisse ist das auskömmlich.

Nicht alle Bezirke finden das vorbildlich. „Lichtenberg ist damals
vorgeprescht, ohne dies mit den anderen Bezirken abzusprechen“,
kritisiert der Jugendstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard
Naumann (SPD). Das habe dazu geführt, dass der Finanzsenator die
Zuschüsse allgemein gesenkt habe – nach dem Motto: Was Lichtenberg kann,
das könnt ihr auch. Die anderen Bezirke waren darauf nicht vorbereitet
und müssen jetzt sehen, wie sie ihre Kosten schnellstmöglich senken
können, weil 2010 das Geld nicht reicht.

In etlichen Bezirken wird jetzt in Arbeitsgruppen abgewogen, welche
Häuser in öffentlicher Trägerschaft bleiben sollen und welche nicht.
Naumann möchte aber keinesfalls Lichtenbergs Beispiel folgen: „Ein
Drittel oder mindestens ein Viertel der Einrichtungen sollten öffentlich
bleiben“, fordert Naumann. Als Beispiel nennt er das Haus der Jugend
„Anne Frank“ – das traditionsreichste der Wilmersdorfer Einrichtungen,
das längst zu einem Medienkompetenzzentrum ausgebaut wurde. Auch der
Hauptpersonalrat warnt davor, den Bogen bei der Privatisierung zu
überspannen. Einrichtungen freier Träger könnten sang- und klanglos
geschlossen werden, sobald der Bezirk die Sachmittelzuweisungen kürze,
gibt der Vorsitzende Uwe Januszewski zu bedenken.

Die Privatisierung der Jugendfreizeiteinrichtungen spielt auch eine
Rolle in einem aktuellen Gutachten der Unternehmensberatung Steria
Mummert Consulting AG, das im Senatsauftrag erstellt wurde und am
Freitag den Jugendstadträten vorgelegt wird. Dort geht es um die gesamte
Angebotsstruktur der Jugendämter und um die Frage, wie ihre Effizienz zu
erhöhen ist. Behandelt wird diese Frage auch vor dem Hintergrund der
Altersstruktur der Jugendämter: Angesichts einer großen
Pensionierungswelle muss jetzt entschieden werden, welche Stellen neu
besetzt werden sollen und welche wegfallen können.W. Kurzlechner, S.
Vieth-Entus

Das Gutachten im Internet unter www.berlin.de/sen/bwf/

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Jugendclub-Finanznot-Privatisierung;art270,2840750
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Montag, 6. juli 2009
Erst einmal vorweg:
Das Wahlrecht als formaler Akt verändert die Welt nie.
Allerdings ist die Gestaltung der formalen Zugängigkeit zu einem zu wählenden Ergebnis schon entscheidend dafür, wie demokratisch sich ein Staatsgebilde finden kann.
1. Es beginnt mit dem "imperativen Mandat", das m. E. in Deutschland sogar verboten ist. Es erscheint mir aber zwingend notwendig.
Im Moment kann man nur Menschen oder Parteien wählen, weil sie einem praktisch sympatisch sind und von dem bekundeten Willen her nahe stehen. Aber erst ein imperatives Mandat, also die Bindung, sich auch nachher an den vorher bekundeten Willen halten zu müssen, wäre eine formal echte Wahl.
Primitiv ausgedrückt: Der Wähler möchte nicht, dass die Mehrwertsteuer erhöht wird. Heute kann ein künftiger Parlamentarier sagen, er wird alles tun, um eine Mehrwertsteuererhöhung zu verhindern. Nach der Wahl stimmt er mit dafür. Er braucht dabei nur fürchten, dass nach Ablauf von Jahren sich jemand daran erinnert und er nicht aufgestellt wird. Klappt nicht. Er muss durch ein imperatives Mandat an seine Aussage gebunden und im Wortbruchfall sofort abberufen werden können.
2. Nicht formale Grundfragen wie den Zugang zu Informationen und die Möglichkeiten, Informationen zu verbreiten, Letzteres vor allem in einer Weise, die ihre parteiliche Sicht verleugnet, sind hier nicht Gegenstand. Aber es versteht sich von selbst, dass nur wirklich de eine echte Entscheidung treffen kann, der sich der Folgen seiner Wahl und der Folgen einer anderen Wahl voll bewusst wäre.
3. Mathematische Sperrklauseln machen die bewusste Wahl zu einem Pokerspiel. Man wählt nicht, was man eigentlich wählen möchte, sondern was einem wahrscheinlich erscheint, berücksichtigt zu werden. Die einzige angemessene "Sperrklausel" ist die biologische: Wenn 500 Sitze zu vergeben sind, muss, wer einen davon bekommen will, etwa 0,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
4. Eine permanente Manipulationsmöglichkeit, die nichts mit dem Wahlakt zu tun haben, sind alle Variationen des Mehrheitswahlrechts. In Deutschland ist dies zwar untergeordnet, aber auch vorhanden. Es werden Wahlkreise gebildet, aus denen "Direktkandidaten" gewählt werden. Dies ist nur vertretbar, wenn a) die Wahlkreise unveränderlich wären und b) diese Direktwahl die Verhältniswahl nur flankiert. Dann kann sie sogar zu einer leichter zu durchschauenden Wahl führen, weil die Bevölkerung einr Region ihre Kandidaten persönlich besser kennt.
Perverse Formen de Methode sind Wahlmännergremien mit "The winner takes it all"
5. Die Selektion im Zugang zur Wahl. Einsehbar wäre dies bedingt bei Straftaten, durch die aktives oder passives Wahlrecht eingeschränkt werden könnte. Selbst das bleibt zweifelhaft, da es ein Wahlkampfgegenstand wäre und die Menschen jemanden mit krimineller Vergangenheit bewusster wählten, wil sie über diese aufgeklärt wäre.
Schlimmer ist dies bei Wahlmündigkeit. Warum eigentlich?
Wer in der Lage ist, bewusst eine geheime eigene Entscheidung zu treffen, sollte dies auch dürfen. Dies wäre übrigens eine sinnvolle Ausgangsposition, um reale Belange junger Menschen mehr ins Lich der Politik zu bringen...
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Sonntag, 5. juli 2009

>Action Weeks in Teheran: Der Aufstand im Iran, >die Medien, die Linke und der Imperialismus (Info-Veranstaltung)
>6. Juli (Mo) | 19:30 | Kato (U-Bhf Schlesisches Tor)

>Brennende Autos, wüste Straßenschlachten, prügelnde Bullenhorden und Massenproteste. Seit den Wahlen sind "Action Weeks" im Iran.
Hunderttausende protestieren gegen angebliche Wahlfälschungen und für eine "Reform" der islamischen Republik. Es gibt Tote und viele Verhaftete. Vor allem Jugendliche beteiligen
>sich an der Revolte. Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen mit der Staatsmacht. Die deutschen Medien berichten begeistert. Was woanders als "extremistische Ausschreitungen"
>und "sinnlose Gewalt" abgewatscht worden wäre, gilt im Fall des Irans als "Freiheitskampf" und "gelebte Demokratie". Die Proteste passen den Propagandisten des Menschenrechtsimperialismus gut ins Konzept. Durch die Nebelbombe der bürgerlichen Presse verunsichert, tut sich die radikale Linke mit einer Analyse der Ereignisse dagegen schwer.
>
>Wir wollen deshalb gemeinsam mit Rouzbeh Taheri (Vorstand des Iranischen Kulturvereins Berlin) und Mila Mossafer (Vorstand der Internationalen Liga für Menschenrechte Berlin) einen kritischen Blick auf die Protestbewegung im Iran werfen und der Frage nachgehen, welche Rolle die Arbeiterbewegung und die Linke darin spielen.
Mit Rüdiger Göbel (stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung junge Welt)
>wollen wir einen Blick auf die Berichterstattung der deutschen Medien im Fall Iran werfen und über die geopolitische Bedeutung des Irans für die BRD reden.
>
>Unterstützt durch: Antifaschistische Linke
>Berlin [ALB], Antifaschistische Revolutionäre
>Aktion Berlin [ARAB], Berliner Alternative für Solidarität & Gegenwehr [BASG]

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Samstag, 4. juli 2009

Zu den wichtigen, unteilbaren bürgerlichen Freiheiten gehört die, seine Meinung öffentlich zu bekunden und (wenigstens) vor dem Gesetz (formal) gleich zu sein.
Ohne sich dabei auf exakte Begriffsbestimmungen einzulassen, wurde so aus den Staaten im einflussbereich der Sowjetarmee ein System von Unrechtsstaaten.
Da war die (verkürzte) Luxemburg-Losung viel wert: "Freiheit ist immer auch die Freiheit Andersdenkender." Praktisch hieß dies, da die in den konkreten Fällen  die "Andersdenkenden" die (egal ob beabsichtigt) "Denker" im Sinne einer Kapital regierten Ordnung waren, dass ein Rechtsstaat nur eine sein konnte, der dem Kapital alle Freiheiten einräumt.

Die formale Freiheit ist allerdings normaleweise eine verteidigungswürdige menschliche Umgangsform, ermöglicht sie doch politische Betätigung jeder Art.
Sie hat zwar ihre Tücken: So stellt man Jahre nach Polizeieinsätzen, die sehr offensichtlich jeder "rechtsstaatlicher" Norm Hohn sprachen, diesen Einsätzen ihre Ungesetzlichkeit zu. Dann haben die Knüppel aber ihre Einschüchterungsfunktion erfüllt und strafrechtliche Konsequenzen hat es auch nicht, sodass überstresste Einsatzkräfte auch beim nächsten Mal zum Verlassen de Rechtsstaatlichkeit bewegt werden - was dann irgendwann wieder ohne Konsequenzen festgestellt werden wird.
Dieses Alibi-Spiel haben die EU-Richter bei dem zumindest mehr als bedenklichen repressiven spanischen Vorgehen gegen "Andersdenkende" sich diesmal verkniffen.
Wohlgemerkt ging es nicht um ein Verbot der kämpfenden ETA, sondern um ihr politisch bedingt nahe stehende Parteien, die man unter normalen bürgerlichen Bedingungen in ein gewaltloses Bemurren des Systems geführt hätte.
Aber diesmal ist Schluss mit "Rechtsstaat". Denn der Knüppel ist "unser" Knüppel.
Da fragt sich, wann eine Verhaftungswelle gegen die "Piratenpartei" beginnt: Schließlich sind das Internet-Terroristen"...

02.07.2009 / Ausland / Seite 6Inhalt

Linksparteien verboten

Strasbourg beschneidet politische Freiheiten im Baskenland

Von Ingo Niebel
In einem überraschenden Urteil hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Dienstag in Strasbourg das Verbot von drei baskischen Linksparteien durch die spanische Justiz bestätigt. Die Urteilsverkündung erfolgte unerwartet und war in den Sitzungskalendern nicht angekündigt. Die sozialdemokratische Regierung von Premier José Luis Rodríguez Zapatero (PSOE) nahm die Entscheidung mit Genugtuung auf. Im Baskenland reagierte man mit Bestürzung und Ablehnung.

Auf einer Pressekonferenz in der baskischen Küstenstadt Donostia (San Sebastián) nannte der Sprecher der verbotenen baskischen Linkspartei Batasuna (Einheit), Arnaldo Otegi, am Mittwoch das Verdikt des EGMR eine »schlechte Nachricht«. Seiner Meinung nach gibt das Gericht »der Beschneidung der Freiheiten in Europa rechtlichen Schutz« und bestätige die »politische Apartheid« im Baskenland. Diese ermögliche mittels des spanischen Parteiengesetzes, politische Formationen der linken Unabhängigkeitsbewegung zu verbieten, ihre Fraktionen aufzulösen und 180000 Wähler daran zu hindern, über Abstimmungen am politischen Meinungsbildungsprozeß teilzunehmen. Otegi führte weiter aus, daß die höchstrichterliche Entscheidung »zu keiner strukturellen Veränderung der politischen Situation« führen werde. Die baskische Linke werde weiterhin bei ihren Positionen bleiben, erklärte der Batasuna-Sprecher. Zapatero behauptete hingegen, das Urteil zeige, daß in Spanien die Rechte respektiert würden.

In seinem Urteil bestätigte der EGMR alle bis 2004 ergangenen Parteiverbote. 2003 wurde Batasuna illegalisiert und rückwirkend ihre bereits aufgelösten Vorgängerparteien Herri Batasuna (HB, Volkseinheit) und Euskal Herritarrok (Wir, die baskischen Bürger). Ebenso bestätigte es die Illegalisierung von linken Vereinigungen, die 2003 bei Kommunal- und Regionalwahlen sowie 2004 zur EU-Wahl angetreten waren. Auf die umstrittene Beweisführung gingen die EU-Richter nicht ein, sondern sahen das Verbot in Anbetracht der »terroristischen Bedrohung« für Spaniens verfassungsgemäße Ordnung als gerechtfertigt an.

Der Verteidiger von Batasuna vor dem EGMR, Didier Rouget, zeigte sich im Gespräch mit der linken baskischen Tageszeitung Gara überrascht über die Haltung der Richter. Im Gegensatz zur bisherigen Praxis wären die Robenträger diesmal von »einer extrem weiten Auslegung des Terrorismus ausgegangen, um sich für eine offensichtliche Beschneidung der individuellen und kollektiven Freiheiten auszusprechen«. Das sei bislang, selbst bei Anschlägen auf »die nationale Sicherheit«, anders gewesen, unterstrich Rouget und verweist auf Urteile zu Kurdistan und der Türkei. »Der Gerichtshof hat eindeutig der Verteidigung der Interessen der Staaten eine Priorität eingeräumt«, faßt der Anwalt zusammen. Der Verteidigung bleiben jetzt drei Monate, um gegen das Urteil Berufung bei der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofes einzulegen.

Seit September 2008 sind alle Parteien, die für ein sozialistisches und unabhängiges Baskenland eintreten, verboten. Ihre Fraktionen sind aufgelöst. In knapp 50 Städten regieren trotzdem noch linke Bürgermeister und machen auch ohne die logistischen sowie finanziellen Fraktionshilfen weiterhin Politik. Diese absurde Lage wird wahrscheinlich nach der Sommerpause beendet. Dann möchte die Regierung Zapatero per Gesetz den demokratisch gewählten Stadtoberen der linken Unabhängigkeitsbewegung ihre offiziellen Ämter nehmen.
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Freitag, 3. juli 2009
In den zurückliegenden Tagen habe ich eine Menge aufgeregter, emotional begründeter Meinungen zu den Entwicklungen in Iran gelesen und gehört. Insofern ist es nur typisch frech von mir, dass ich den mir ausgezeichnet fundiert erscheinenden Analyseartikel, warum Iran wo steht und wie ansatzweise verstanden werden kann, aus der heutigen jW vollständig gemopst habe. Er ist eigentlich auch mustergültig für eine kurze Situationsanalyse überhaupt...
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Dienstag, 30. juni 2009
Für eine starke DKP ! 
Unterstützt den Wahlkampf der DKP in Berlin!

 

 

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

 

die Europawahlen sind gelaufen. Auch in Berlin war das Ergebnis insgesamt enttäuschend. Doch wir sind  in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden, und vielleicht war es kein Zufall, dass wir in den Bezirken, in denen wir am massivsten präsent waren, den allgemeinen Trend abschwächen und in Neukölln sogar einen absoluten Stimmenzuwachs erreichen konnten.

 

Die Berliner Landesorganisation kandidiert – ebenso wie die Brandenburger – auch zu den Bundestagswahlen mit einer Landesliste. Wir tun dies, weil wir wissen: Chancenlosigkeit, ins Parlament zu kommen, ändert nichts an der dringenden Notwendigkeit, gerade in der Krise über gesellschaftliche Alternativen nachzudenken und diese zu organisieren. Dies leistet die PdL, wie uns hier in Berlin anschaulich vor Augen geführt wird, nicht. Wir nutzen diesen Wahlkampf um unsere Partei weiter in der Öffentlichkeit zu halten und die erhöhte Aufmerksamkeit in diesen Zeiten auf uns zu lenken. Mit Direktkandidaten in Neukölln,  Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg bereiten wir uns bereits jetzt auf die Abgeordnetenhauswahlen 2011 vor.

 

Die DKP Berlin ist in den letzten fünf Jahren real gewachsen und hat ihre Aktionsfähigkeit ausbauen können. Neue Gruppen wurden gegründet, Kleinzeitungen werden herausgebracht und wir werden zur Kenntnis genommen. Selbst staatliche Stellen haben nach jahrelanger Missachtung diese Entwicklung registriert und müssen unser Wachstum – wenn auch klein geredet - eingestehen. Unserem Sommerfest 2008 wurden nun offiziell 1000 Teilnehmer bescheinigt – das wollen wir dieses Jahr, am 29.08., überschreiten. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben wir mehr Neuaufnahmen als im gesamten vergangenen Jahr.

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

 

eine starke DKP in der Hauptstadt Deutschlands wird nicht ohne Einfluss und Ausstrahlung bleiben. Aber wir brauchen dafür Unterstützung. Zunächst müssen wir mit 2.000 Unterstützungsunterschriften für die Landesliste und je 200 Unterstützungsunterschriften für die Direktkandidaten, die Kandidatur absichern. Dafür finden am 4./ 5. Juli und am 8./9. August Aktionswochenenden statt, zu dem  wir jeden, der Zeit und Lust hat, einladen. Wir bieten an dem Wochenende: Eine lebendige kampfesfreudige Parteiorganisation und einen gemeinsamen Abend. Tagsüber werden wir mit Euch durch die Straßen ziehen und Unterschriften sammeln. Für Unterkunft wird auch gesorgt. Sollte der Eine oder die Andere auch in der Woche Zeit haben (oder auch zu anderen Zeiten), sind wir auch dafür dankbar.

 

Wer nicht nach Berlin kommen möchte, uns aber dennoch unterstützen möchte, kann das auch in finanzieller Hinsicht und beliebiger Größenordnung mit einer Spende an die DKP-Berlin, Berliner Sparkasse, Kto 0043413137; BLZ 10050000, Stichwort „Wahlkampf“, tun. Für Informationen über die Berliner DKP findet ihr auf unserer Website www.dkp-berlin.info gute und aktuelle Informationen und auch die Links zu fast allen Gruppen und zu unserer Landeszeitung.

 

Für eine starke offensive und kämpferische kommunistische Partei in Deutschland.

 

 

 

Rainer Perschewski                                                   Wera Richter

 

 

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