Donnerstag, 14. august 2008
Auch dem einfachen "gesunden Menschenverstand" erschließt sich die Feststellung "Die Vorräte an Erdöl auf unserem Planeten halten nicht ewig". Dazu wissen wir ja, dass in Jahrzehnten kein neues
Erdöl entsteht und laufend mehr verbraucht wird.
Das Problem ist nur, wie lange hält es dann.
Als Glück für alle US-Geostrategen erwuchs aus der ersten Ölkrise Anfang der 70er eine große Panik mit drastischen Reaktionen mit der darauf folgenden Entwarnung. Nix schnelles Ende. Die Vorräte
halten vorerst noch. Einfach mathematisch-kybernetisch zu extrapolieren führt zu keinem haltbaren Ergebnis.
Unverschämterweise sehe ich hier eine Analogie zum zurück liegenden "real existierenden Sozialismus": Prinzipiell richtig in der Grundaussage, aber durch falsche Methode in Misskredit geraten.
Denn was trat nun ein?
In texanischen Lagerstätten konnte man mit als erstes eine geologisch genaue Förderausbeutungskurve verfolgen. Wie die Kurve erst ansteigt, wie sie relativ lange relativ gleich hoch bleibt und wie
sie dann allmählich abfällt. letztlich nur durch Einleiten von Wasser Druck geschaffen werden kann, dann fast nur noch Wasser da ist ...
Die Beobachtungen von Ölquellen in aller Welt bestätigte die Allgemeingültigkeit solcher Kurven für jedes Ölfeld. Andererseits senken immer weiter verbesserte Suchmethoden die Wahrscheinlichkeit,
dass man wesentliche Lagerstätten noch nicht entdeckt haben könnte. Auch die Nutzung von biher noch ineffektiven Vorkommen verlängert die Gesamtkurve nur unwesentlich. Denn man kann nun relativ
genau die Lebenskurven aller genutzten Lagerstätten "übereinander legen", um eine Entwicklung aller Welt-Öl-Abbau-Möglichkeiten zu prognostizieren.
Als Peak Oil bezeichnet man dabei jenen Punkt, von dem ab technisch eine Steigerung der Fördermenge technisch nicht mehr möglich ist (und von dem ab umgekehrt mit einem Sinken zu rechnen wäre).
Je nachdem, wie stark kleinere, unwägbare Faktoren berücksichtigt werden ist dieser Punkt in diesem oder den nächsten zwei Jahren erreicht.
Dem steht ein weiter steigender Weltbedarf gegenüber.
Man kann davon ausgehen, dass ernsthafte Betrachter, Forscher wie Geostrategen, dies (allein in der Jahreszahl unsicheren Genauigkeit) selbst nach der Entwarnung in den 70er Jahren klar war.
Warum aber wurde nichts unternommen, im Gegenteil ... es wurden ja gelegentliche Artikel zum Thema regelrecht lächelich gemacht...
(wird fortgesetzt)