Die Rolle des Internets zur Kontaktanbahnung wird wachsen und einfacher werden, Da kein „Eheanbahnungsinstitut“ oder irgendeine „Flirtbörse“ Geschäftsgrundlage für die Betreiber sein kann, spricht nichts gegen universale Verknüpfungen. Es kann also jeder sich mit seinen spezifischen Wünschen in ein einziges, aber größeres und weiter verzweigtes System einloggen. Wer also eine Zweierbeziehung sucht in der Art unserer heutigen Ehe, kann dies tun und erreichen, wer eine zeitlich begrenzte Wohngemeinschaft, wer eine lose oder weniger lose kann dies auch. Sexualleidenschaftsbeziehung mit ganz individuellen Schwerpunkten... es spricht nichts dagegen.
Die elternschaftlichen Verpflichtungen als Beziehungskitt werden entfallen sein, richtiger: sich ausschließlich auf den anhaltenden gegenseitigen Wunsch beschränken (dazu nachher noch mehr).
Was also spricht dagegen, ins Netz zu gehen mit dem ausschließlichen Verlangen, einmal Sex zu wollen? Beziehungen, die wir heute als seltsam ansehen würden, können gleichberechtigt neben solchen stehen, die uns heute geläufig sind.
Allerdings wird ein solches universales Kontaktmedium auch notwendiger sein. Der geringe äußere Zwang, sich an nicht mehr weiter wünschenswerte Beziehungen zu binden, führt zum einen zu größerer Suchintensität, zum zweiten zu größeren Bemühungen, sich die erreichten Beziehungen angenehm zu erhalten. Da der nicht vorsätzlich durch die einzelnen Menschen angenommene Stress fast völlig schwindet, ist natürlich deutlich mehr Muße vorhanden, Partnerschaften zu pflegen – wobei mehr Partnerschaften auf mehr verschiedenen Ebenen nebeneinander bestehen können – aber nicht müssen.
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