Ela
Irgendwie kommen ihr die Empfindungen vertraut vor, die ihr das Gehirn vorgaukelt. Ist so der Tod? Als ob man in ein früheres Leben versetzt ist? Mit bekannten Gerüchen? Wie in einem Krankenhaus? Wie bei einer Schwangerschaft, die kein Leben bringt?
Ein Krankenhaus?! Ela öffnet die Augen. Das alles ist real. Ela hört es ganz deutlich. Es piept. Das hat sie sich nicht eingebildet. Irgendwelche Kontrollapparate, mit denen ihr Körper verbunden ist, signalisieren, sie ist erwacht. Andere Menschen haben das Geräusch auch gehört. Die Tür geht auf. Eine Krankenschwester kommt herein. Ein Mann in Uniform drängt sie zur Seite. Ela erschrickt. Vor ihr steht leicht gebeugt Madrill, ein Vier-Sterne-General, der Ranghöchste der Raumerkundung.
„Schön, dass Sie wieder unter uns sind. Colonel Mc Phearson hatte uns gewarnt, dass die Kopffüßer mit einer Armada die Erde angreifen würden. Und eine aus eurem Team, Gila …, oh, wie hieß sie noch, … also jedenfalls diese Gila meinte, die Viecher könnten Sie als Geisel dabei haben. Da haben wir alle Raumschiffe nach menschlichen Lebenszeichen gescannt und Sie vor der Explosion Ihres Schiffes geborgen. Es war nicht gerade leicht, Sie rechtzeitg in den Skaphander zu hüllen. Ein Glück, dass Mc Phearsons Fernsteuerung der Schleusenkammer wirklich funktionierte. Aber Sie wissen ja, die Army lässt ihre Leute nicht im Stich.“
Ela spürt, wie ihr Blut an den Schläfen pulsiert. Sie will sich ruckartig aufrichten. „Nein!“ brüllen. Ihr fehlt die Kraft. Außerdem hängt sie an verschiedenen Schläuchen, die wie Fesseln verhindern, dass sie sich wenigstens die Ohren zuhalten kann. Jetzt eine Ko sein. Nichts hören. Oder wenigstens weghören können. Die Gedanken gegen alles abschotten, was von draußen kommt. Ela versucht, still auf sich einzureden. Das kann nicht wahr sein. Sie ist nicht allein. Morgen – oder wann immer man glaubt, ihr den Anblick zumuten zu können – würden Ascha und Shi in der Tür stehen und – weil das bei Krankenbesuchen unter Menschen so üblich ist und die beiden das ja wissen – einen Blumenstrauß auf den Nachtschrank stellen. Mit geschlossenen Augen versucht sich Ela zu konzentrieren. Wenn sie sich Mühe gibt, dann nimmt das feiste Gesicht des Militärs bestimmt die Hügelform von Aschas Ko-Kopf mit den großen Augen darin an, und sie bildern sich gegenseitig, was alles noch an Abenteuern vor ihnen liegt …
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