Lenin über Marx(ismus)

Ein stark unvollständiges Exerpt zu Lenins Schrift über Karl Marx als (vereinfachter … umstritten vulgarisierter Gesamtüberblick über Lebensdaten, aber vor allem „Was ist Marxismus“, Substanz und Denkweise) Trotz Vorbehalten zu empfehlen. Die Ungenauigkeiten sind aufzuheben…

Exerpt zu Lenin “Karl Marx…”

 (1914) LEAW 2 S. 477 ff. (verkürzt)

[o. Überschr.: S.480-484: Lebenslauf]

S. 484: DIE MARXSCHE LEHRE

S. 485: Der philosophische Materialismus

S.485: … „Für Hegel“, schrieb Marx, „ist der Denkprozeß, den er sogar unter dem Namen Idee in ein selbständiges Subjekt verwandelt, der Demiurg“ (Schöpfer, Erzeuger) des Wirklichen… Bei mir ist umgekehrt das Ideelle nichts anderes als das im Menschenkopf umgesetzte und übersetzte Materielle.“

S.486: „Nie und nirgends hat es Materie ohne Bewegung gegeben, oder kann es sie geben… ..daß die Erzeugnisse des menschlichen Hirns, die in letzter Instanz ja auch Naturprodukte sind, dem übrigen Naturzusammenhang [???] nicht widersprechen, sondern entsprechen.“

(ebenda: Diejenigen, die die Ursprünglichkeit des Geistes gegenüber der Natur behaupteten, also in letzter Instanz eine Weltschöpfung irgendeiner Art annahmen…, bildeten das Lager der Idealismus….“

S. 487: „Freiheit … Anerkennung der objektiven Gesetzmäßigkeit der Natur und der dialektischen Verwandlung der Notwendigkeit in die Freiheit (zugleich mit der Verwandlung des unerkannten, aber erkennbaren „Dings an sich“ in ein Ding für uns“, des „Wesens der Dinge“ in „Erscheinungen“)

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S. 488: „Die Dialektik

…Der große Grundgedanke“, schreibt Engels, „dass die Welt nicht als ein Komplex von fertigen Dingen zu fassen ist, sondern als ein Komplex von Prozessen, worin die scheinbar stabilen Dinge, nicht minder wie ihre Gedankenabbilder in unserem Kopf, die Begriffe, eine ununterbrochene Veränderung des Werdens und Vergehens durchmachen… Hegel…“

S. 489: Demnach ist die Dialektik nach Marx „die Wissenschaft von den allgemeinen Gesetzen der Bewegung, sowohl der äußern Welt wie des menschlichen Denkens.“ (=) „die revolutionäre Seite der Hegelschen Philosophie …übernommen und weiterentwickelt.“

„Eine Entwicklung, die die bereits durchlaufenen Stadien gleichsam noch einmal durchmacht, aber anders, auf höherer Stufe („Negation der Negation“), eine Entwicklung, die nicht gradlinig, sondern sozusagen in der Spirale vor sich geht; eine sprunghafte, mit Katastrophen verbundene, revolutionäre Entwicklung; „Abbrechen der Allmählichkeit“; Umschlagen der Quantität in Qualität; innere Entwicklungsantriebe, ausgelöst durch den Widerspruch, durch den Zusammenprall der verschiedenen Kräfte und Tendenzen, die auf einen gegebenen Körper einwirken oder in den Grenzen einer gegebenen Erscheinung oder innerhalb einer gegebenen Gesellschaft wirksam sind; gegenseitige Abhängigkeit und engster, unzertrennlicher Zusammenhang aller Seiten jeder Erscheinung (wobei die Geschichte immer neue Seiten erschließt), ein Zusammenhang, der einen einheitlichen, gesetzmäßigen Weltprozeß der Bewegung ergibt – … einige Züge der Dialektik…

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S. 490 Die materialistische Geschichtsauffassung

„Die Gesamtheit der Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, und welcher bestimmte bestimmte gesellschaftliche Bewusstseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt. Es ist nicht das Bewusstsein des Menschen, dass ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, dass ihr Bewusstsein bestimmt. Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um. In der Betrachtung solcher Umwälzungen muß man stets unterscheiden zwischen der materiellen naturwissenschaftlich treu zu konstatierenden Umwälzung in den ökonomischen Produktionsbedingungen und den juristischen, politischen, religiösen, künstlerischen oder philosophischen, kurz, ideologischen Formen, worin sich die Menschen dieses Konflikts bewusst werden und ihn ausfechten.“

S. 492: [bisher]“…ohne die Wurzeln dieser Verhältnisse im Entwicklungsgrad der materiellen Produktion zu erblicken… die Handlungen der Massen außer acht gelassen… Marxismus … die Wurzeln ausnahmslos aller Ideen und aller verschiedener Tendenzen im gegebenen Stand der materiellen Produktivkräfte aufdeckte. … Erforschung der Geschichte als eines einheitlichen, in all seiner gewaltigen Mannigfaltigkeit und Gegensätzlichkeit gesetzmäßigen Prozesses.“

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S. 493:
Der Klassenkampf

„…Unterdrücker und Unterdrückte… führten einen ununterbrochenen … Kampf, der jedes Mal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit einem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen [Manifest…]“

„Unsere Epoche, die Epoche der Bourgeoisie, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass sie die Klassengegensätze vereinfacht hat. Die ganze Gesellschaft … in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen…“

S. 494: „…Proletariat eine wirklich revolutionäre Klasse. Die übrigen Klassen verkommen und gehen unter mit der großen Industrie… Sind sie revolutionär, so sind sie es im Hinblick auf den ihnen bevorstehenden Übergang ins Proletariat, so verteidigen sie nicht ihre gegenwärtigen, sondern ihre zukünftigen Interessen, so verlassen sie ihren eigenen Standpunkt, um sich auf den des Proletariats zu stellen.“

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S. 495: Die ökonomische Lehre von Marx

S. 495: Der Wert

„Eine Ware ist erstens ein Ding, das irgendein menschliches Bedürfnis befriedigt; sie ist zweitens ein Ding, das gegen ein anderes austauschbar ist. Die Nützlichkeit… macht es zum Gebrauchswert. Der Tauschwert (oder einfach Wert9 IST VOR ALLEM EIN Verhältnis; die Proportion, worin sich eine bestimmte Anzahl von Gebrauchswerten einer Art gegen eine bestimmte Anzahl von Gebrauchswerten anderer Art austauscht.“

S. 496: jede einzelne Ware [stellt] nur einen bestimmten Teil der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit dar.

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S. 497: Der Mehrwert

„Warenzirkulation..: eine Ware verkaufen, um eine andere zu kaufen. Die allgemeine Formel des Kapitals dagegen ist: G-W-G, d. h. kaufen, um (mit Profit) zu verkaufen. Mehrwert nennt Marx diesen Zuwachs zum ursprünglichen Wert des in Umlauf gesetzten Geldes.“

S.498: „… Warenzirkulation … kennt nur den Austausch von Äquivalenten…“

„… auf dem Markte eine Ware … deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein…. Deren wirklicher Verbrauch zugleich Wertschöpfung…“ = „Arbeitskraft des Menschen. Ihr Verbrauch ist Arbeit, Arbeit aber schafft Wert.“

„Hat der Geldbesitzer die Arbeitskraft gekauft, so hat er das Recht, sie zu gebrauchen… arbeiten zu lassen.“

S. 499: „…Grad der Ausbeutung… Mehrwert… mit … dem variablen Kapital … vergleichen. Die Rate des Mehrwerts…“

„Der Mehrwert … Methoden vergrößert… Verlängerung des Arbeitstags („Absoluter Mehrwert“) und durch Verkürzung des notwendigen Arbeitstags („relativer Mehrwert“)“

„“… Hauptstadien der Erhöhung der Arbeitsproduktivität durch den Kapitalismus: 1. einfache Kooperation; 2. Teilung der Arbeit und Manufaktur; 3. Maschinerie und große Industrie.“

S. 500: „Akkumulation des Kapitals… in Produktionsmittel…“

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S. 508: Der Sozialismus

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S. 512: Die Taktik des proletarischen Klassenkampfes

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