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7. Jahrgang, Nr. 7/2010, Juli 2010
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31. Jahrestag des Triumphes der Sandinistischen Volksrevolution
von Wolfgang Herrmann
Am 19. Juli feierte das nicaraguanische Volk den 31. Jahrestag des Triumphes
seiner Revolution. Über 500.000 Menschen waren auf den Platz des Glaubens
gekommen. In seiner Rede erklärte der Präsident Daniel Ortega, dass die Sandinistische
Volksrevolution erfolgreich fortgesetzt werde. Es sei offenbar, dass der Weg,
den die Völker Lateinamerikas beschritten hätten, der bessere wäre, als der Weg
des Kapitalismus, dem Verursacher der Weltwirtschaftskrise, der Kriege und der
Armut. Er hob die Bedeutung der Bolivarianischen Alternative der Völker Unseres
Amerikas hervor. Man wandere auf den Pfaden der Freiheit, der Würde, der Solidarität
und der Gerechtigkeit, wie von Bolivar, Marti und Sandino vorgezeichnet.
Vor 31 Jahren hatte das nicaraguanische Volk, angeführt von der Frente Sandinista
de Liberacion Nacional (FSLN), den Diktator Somoza zum Teufel gejagt.
Man begann, das Vaterland neu aufzubauen.
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Die FSLN und ihre Verbündeten organisierten die Alphabetisierung, gestalteten
Gesundheitswesen und Bildungswesen neu. Besitzlose Landarbeiterinnen und
Landarbeiter erhielten Boden aus dem Somoza-Eigentum. Kooperative entstanden,
Somoza-Betriebe wurden Arbeitereigentum. Für 1984 berief die FSLN Wahlen ein,
die sie gewann. Daniel Ortega wurde Präsident. 1987 trat die von der FSLN initiierte
neue Verfassung in Kraft.
Der nicaraguanischen Oligarchie und der US-Administration war die Sandinistische
Volksrevolution ein Dorn im Auge. Sie organisierten den Contrakrieg und
boykottierten die Wirtschaft. Als die Führung der Sowjetunion 1987 die Sandinisten
fallen ließ und der Contrakrieg den Frieden in der gesamten zentralamerikanischen
Region gefährdete, sah die sandinistische Regierung den Ausweg darin, mit der
Contraführung zu verhandeln. Für den Frieden zahlte sie den Preis der Macht. Sie
verlor 1990 die Wahlen gegen eine Allianz von 17 Parteien, die von Violeta Chamorro
angeführt wurde.
Das neoliberale Zeitalter begann. Die Errungenschaften der Revolution wurden
rückgängig gemacht, die Privatisierungsorgie setzte ein, nicht betitelter Boden wurde
den Bauern wieder genommen. Bildung und Gesundheitswesen kamen unter
den Hammer. Die Kindersterblichkeit stieg ins Unermessliche, jeder Dritte wurde
Analphabet und nur jeder Dritte hatte Arbeit. Über eine Million Nicaraguanerinnen
und Nicaraguaner verließen das Land, um in den Vereinigten Staaten, Honduras
und Costa Rica zu arbeiten. Sie überwiesen jährlich über eine Milliarde Dollar nach
Hause, um die Familien zu unterhalten.
Die FSLN brauchte 16 Jahre bis sie über Wahlen wieder an die Macht kam. Sie
hatte sich als Partei konstituiert und unter schmerzlichen Verlusten neu aufgebaut.
Ehemalige Mitstreiter, bis hin zu Vertreterinnen und Vertreter aus dem Führungspersonal,
verließen die FSLN. Viele von ihnen sind im neoliberalen Lager gelandet.
Im November 2006 wählten 38 Prozent der Bevölkerung Daniel Ortega zum
Präsidenten. Die FSLN nahm das sandinistische Projekt wieder auf. Nicaragua trat
der Bolivarianischen Alternative Unserer Amerikas (ALBA) bei.
Die FSLN hat erneut die Umgestaltung der Gesellschaft in Angriff genommen.
Sie baute bei den Munizipalwahlen 2008 und den Wahlen in den Autonomen Atlantikregionen
2010 ihre Positionen aus. Es entstanden die Räte der Bürgermacht als
Organe der direkten Demokratie.
Das nicaraguanische Volk ist dabei, die Folgen des Krieges und der Jahre des
Neoliberalismus hinter sich zu lassen. Die Regierung hat das Programm zur Beseitigung
von Antipersonenminen aus dem Contra-Krieg in den 80er Jahren abgeschlossen
und das Land für minenfrei erklärt. Zwei Millionen Sprengkörper mussten
beseitigt werden. Die Zahl der durch Minen zu Schaden gekommenen Menschen
wird auf rund 100 Getötete und mehr als 1000 Verstümmelte geschätzt.
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Im Juli 2009 erklärte die UNESCO das Land frei vom Analphabetismus. Das Gesundheitswesen
wurde neu geordnet. Die medizinische Grundversorgung ist kostenlos.
In Bildung und Gesundheit halfen kubanische Freunde. Mit Hilfe Venezuelas
konnte die Energie- und Treibstoffversorgung stabilisiert werden.
In allen ländlichen Gebieten gibt es Trinkwasser. Erneut wurden Wasserleitungen
an die Bevölkerung der ländlichen Gebiete übergeben. Das Institut für Wasserwirtschaft
koordiniert seit 2007 den Ausbau des Brunnen- und Leitungsnetzes.
Nicaragua wird ein guter Wirtschaftsrhythmus bescheinigt. Das Land kann auf die
historische Größe an internationalen Zahlungsmitteln in Höhe von 560 Millionen
Dollar vorweisen, sagte der Präsident der Zentralbank Nicaraguas (BCN), Antenor
Rosales. Er bestätigte das Wachstum der Exporterlöse im ersten Halbjahr des
Jahres um mehr als 30 Prozent. Die Inflation ging um 0,01 auf 3,82 Prozent zurück.
Für 2010 wird ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts um 2,6 Prozent erwartet.
Die positive Wirtschaftsentwicklung des ersten Halbjahres ist Ergebnis der gemeinsamen
Anstrengungen der Arbeiter, der Unternehmer und der Regierung. Mit
den Gewinnen des Wachstums wird es möglich sein, die Anfälligkeit der Volkswirtschaft
und die Armut einzudämmen. Kürzlich beschloss die Nationalversammlung
einmütig das neue Gesetz über die Zentralbank. Es soll die Unabhängigkeit, Autonomie
und die Zahlungskraft des Landes garantieren helfen, sagte der sandinistische
Abgeordnete und Vorsitzende der Wirtschaftskommission, Wálmaro Gutiérrez.
Das neue Gesetz ist Teil der Maßnahmen, die notwendig waren, um den Vertrag
mit dem Internationalen Währungsfonds zu handhaben. Mit dem neuen Gesetz
wurden alle Maßnahmen und Strukturen des von den neoliberalen Regierungen
geschaffenen Direktionsrates der „Erfolgsbank“ (CENIS) aufgehoben. CENIS vertrat
zwei Prozent der Aktiva des nicaraguanischen Finanzsystems. Alle Depots der
BANEX (Exportbank, die auch zu CENIS gehörte) sind versichert, obwohl ein Teil
der Depots noch nicht zurück gezogen worden sind. Der Bankpräsident erklärte,
dass ein Teil als Garantie der ausgereichten Darlehen verbleiben.
Für die kleinen und mittleren bäuerlichen Familienbetriebe wurden die Programme
„Null Hunger“ und „Null Wucher“ aufgelegt. Dank dieser Programme konnten 45
Tausend Bauernfamilien in den vergangenen drei Jahren in die Nahrungsgüterproduktion
eingegliedert werden. Sie produzieren ihre eigenen Lebensmittel und verkaufen
die Überschüsse auf den lokalen Märkten. Die Familien, angeführt von den
Frauen, erhielten insgesamt 35.955 Kühe, darunter 20.799 Färsen. Es wurden
23.662 tragende Sauen übergeben, die 85.669 Ferkel warfen. Des weiteren erhielten
die Bauernfamilien in dieser Zeit 379.798 Stück Geflügel. Damit wurden
347.000 Hähnchen und 12 Millionen Eier produziert. Die Regierung ließ in 5.500
Gemeinden des Landes „Produktive Gutscheine“ verteilen.
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Nach Meinung von Amanda Lorío, Vizeminister für Land- und Forstwirtschaft, hat
das dazu beigetragen, die Ernährungssicherheit und Ernährungssouveränität der
Familien und Gemeinden zu erhöhen. Der staatliche Betrieb ENABAS sichert 70
Prozent der Verteilung der Nahrungsgüter. Er hat dafür ein wirksames Versorgungsnetz
mit Stützpunkten in allen Gemeinden aufgebaut. Nicaragua ist heute in
der Lage, den eigenen Grundwarenkorb mit 16 Grundprodukten zu garantieren
sowie Reis, Mais und Bohnen an Honduras und El Salvador zu liefern.
Ein wertvolles Ergebnis der Programme ist ihr Beitrag zur Erhöhung des
Lebensniveaus der Frauen auf dem Lande. Die Entwicklung des Programms führte
zu einem besseren Versorgungsniveau der Bauernfamilien und wirkte sich positiv
auf die Einkünfte der Familien aus. Die Frauen bilden den Kern der 968 Genossenschaften.
Internationale Organisationen bewerteten das Programm „Null Hunger“ als
„das erfolgreichste produktive Experiment auf der ganzen Welt“.
***
Aus Anlass des 31. Jahrestages des Triumphes fand in der Sala der Botschaft der
Republik Nicaragua eine stimmungsvolle Veranstaltung statt. Daran nahm Wolfgang
Gehrke, Mitglied des Deutschen Bundestages der Partei DIE LINKE, teil.
Wir veröffentlichen hier mit freundlicher Erlaubnis die Rede von Karla Luzetta
Beteta Brenes, Geschäftsträgerin der Botschaft der Republik Nicaragua in der Bundesrepublik
Deutschland.
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Nicaraguanerinnen und Nicaraguaner,
Herzlich Willkommen! Danke schön, dass Sie mit uns den 31. Jahrestag der Revolution
feiern.
Am 19. Juli 1979 wurde die Somoza-Diktatur gestürzt. 1934 errichteten die Vereinigten
Staaten diese Diktatur, unmittelbar nach dem verräterischen Mord am General
der freien Menschen, Augusto Cesar Sandino.
45 Jahre lang wurde in unserem Volk durch die Somoza-Diktatur verhaftet, gefoltert
und gemordet. Aber der unbeugsame Geist des Volkes, von Julio Cortázar
„Nicaragua so gewaltsam sanft“ genannt, der sich in seinem Herzen wie der Schrei
nach „Freies Vaterland oder sterben“ verwurzelt hatte, zog es vor, lieber das Leben
zu geben als das Bewusstsein, die Freiheit und die nationale Würde zu verlieren.
Die Sandinistische Revolution begann mit dem Leben und dem Werk Sandinos,
der in den Bergen der Las Segovias seinen ungleichen antiimperialistischen
und antikolonialistischen Kampf mit dreißig Männern eröffnete, die mit dem Opfer
ihres Lebens den größten Beweis der Liebe zum Vaterland gaben.
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Sandino, ebenso wie Bolivar, Emiliano Zapata und Che Guevara, gehören dem
Stand der Unsterblichen an, deren Ideale das lateinamerikanische Bewusstsein
durchdrangen und eine neue Werteskala hervorbrachten, die auf der Solidarität der
Völker, der Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit beruht.
Das sind die Werte, die uns unser universaler Dichter Rubén Dario in seinem
Werk „Cantos de Vida y Esperanza“ in musikalischer Metrik übermittelt. Seine „Ode
an Roosevelt“ lobpreist die Hartnäckigkeit und den unbeugsamen Geist unseres
Amerikas, des naiven Amerikas, das Jesus Christus verehrt und spanisch spricht –
das gleiche Amerika des Kaziken Caupolicán, der die Qualen seines Kreuzweges
ertrug, solange nicht die Morgenröte leuchtete. Das sind die Werte, die uns in allen
Sphären der Regierung und der Gesellschaft verpflichten, die legitimen Wünsche
unseres Volkes wahr werden zu lassen.
Indem wir Tag für Tag die partizipative Demokratie aufbauen, erfüllen wir das
historische Vermächtnis, das wir vor 31 Jahren wiedergewannen. Wir förderten 31
Jahre den Frieden, die Gleichheit, die Achtung der Würde der Völker auf ihre
Selbstbestimmung. Wir verteidigten 31 Jahre die vollen Rechte der nicaraguanischen
Frau, ihre Gleichberechtigung im politischen, wirtschaftlichen und sozialen
Bereich. Diese Gleichberechtigung begünstigt mehr als fünfzig Prozent der nicaraguanischen
Bevölkerung: die Frauen, die Arbeiterfrauen, die berufstätigen, die
indigenen und afro-stämmigen Nicaraguanerinnen – alle gemeinsam.
Wir erleben 31 Jahre Solidarität zwischen den Völkern, welche die Geschichte
unserer Nationen verändert. Gerade in den ALBA-Ländern verstärken sich die Beziehungen
der gegenseitigen Achtung und der bedingungslosen Zusammenarbeit,
weil wir nur vereint große Beiträge für die Schaffung einer besseren Welt leisten
können, in der das Morgenrot aufhört, für unsere Armen eine Fata Morgana zu sein.
Noch stehen viele Aufgaben an, die den ganzen Einsatz der Nicaraguanerinnen
und Nicaraguaner erfordern, um die Armut, den Hunger und die Unterernährung
zu besiegen und den Obdachlosen eine würdige Unterkunft zu geben.
Wegen der errungenen Erfolge und denen, die noch auf uns warten, feiern wir
heute den siegreichen Juli aus ganzem Herzen, mit dem Willen und dem Glauben
an die Zukunft, so, wie es die besten Söhne und Töchter Nicaraguas gemacht haben,
die dafür alles gaben, ohne dafür etwas zu fordern; die sich die „Lieder der
Liebe und der Hoffnung“ unseres berühmten Dichters zu eigen machten und die
meisterhafte Kreativität unserer Liedermacher der nicaraguanischen sozialen und
Zeugnis ablegenden Musik anregten.
In dieser Veranstaltung wird die schöne und wunderbare Stimme der nicaraguanischen
Künstlerin Tatiana Miranda die „Lieder des Lebens und der Hoffnung“ zu
Ehren des Friedens und der Solidarität, der Frau und des Mannes ertönen lassen,
weil die Revolution Leben, Hoffnung und Gesang für den Dienst an einem solidarischen
Nicaragua ist.
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Lehrstuhl Sandino eröffnet
Von Pedro Ortega Ramírez
Dem neuen Lehrstuhl wird eine professionelle Leitung vorstehen, in die der Akademiker
Aldo Díaz Lacayo, der Präsident des Nationalen Universitätsrates, Telémaco
Talavera, der Rector der Nationaluniversität Nicaraguas, Elmer Cisneros, der Enkel
des Generals Sandino, Walter Castillo sowie andere Intellektuelle und Forscher des
Werkes und des Erbes des Mannes, der den Weg zur Verteidigung der nationalen
Souveränität aufzeigte, integriert sind.
An der Veranstaltung nahmen außerdem die Enkel der Generale Pancho Villa
und Emiliano Zapata der mexikanischen Revolution, Agustín Villa und Manuel Manriquez
Zapata, teil.
„Das ist ein großes Ereignis, ein historischer Moment – nicht nur national, sondern
auch international. Man muss wissen und Klarheit haben, dass Sandino nicht
nur ein Held der Nicaraguaner, sondern ein lateinamerikanischer Held ist“, erklärte
Castillo. Er kündigte an, dass der Lehrstuhl Sandino an allen Universitäten des
Landes eingerichtet wird, damit man den wahren General des freien Menschen
kennen lernt, dessen historische Bestimmung darin bestand, den nordamerikanischen
Imperialismus und seine nicaraguanischen Lakaien zu entlarven.
Clemente Guido, Direktor des Kulturerbes der Bürgermeisterei von Managua und
Direktor des Nicaraguanischen Kulturinstituts, gab bekannt, dass der Nachlass an
Dokumenten, Grafiken, Fotografien und anderer persönlichen Dinge Auskunft über
das Leben und das Werk General Sandinos und seiner Kampfgefährten geben.
Díaz Lacayo erklärte, dass eine der wichtigsten Aufgaben des Lehrstuhls Sandino
darin besteht, den Nachlass an Dokumenten über den General des freien
Menschen zu retten, damit er hilft, die heroischen Taten des Patrioten und der Männer
und Frauen, die ihn in seinem Freiheitskampf begleiteten, zu verstehen.
An der Nationaluniversität Nicaraguas in
Managua wurde in Anwesenheit von Wissenschaftlern,
Studenten, Akademikern,
Journalisten und Vertretern des öffentlichen
Lebens der Lehrstuhl Sandino eröffnet. Er
soll das Studium und die Verbreitung des
Lebens und des Werkes des nicaraguanischen
Nationalhelden Augusto Cesar Sandino,
bekannt als „General der freien Männer
und Frauen“, fördern.
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Die Munizipale Nicaraguas
Von Augusto Zamora, Botschafter Nicaraguas in Spanien
Ich beziehe mich auf einen Artikel, der am 6. Juli 2010 in der spanischen Zeitung
„El País“ unter dem Titel „Daniel Ortega will alle Macht“ veröffentlicht wurde. Dort
wird die Torheit behauptet: „Der Präsident Nicaraguas zertritt mit der Amtsenthebung
von fünf Bürgermeistern die Provinzautonomie.“
Die Munizipale Nicaraguas funktionieren in der gleichen Form wie in Spanien.
Sie sind ihrem Wesen nach autonom und die Bürgermeister werden von jedem
Munizipalrat gewählt. Der Präsident hat keine Befugnisse auf diesem Gebiet, viel
weniger die Macht, einen Bürgermeister abzusetzen oder zu benennen. Um eine
Munizipale zu regieren, muss ein Bürgermeister die Mehrheit im Rat genießen.
Wenn er sie verliert, ist der Rat nach dem Gesetz berechtigt, einen neuen Bürgermeister
einzusetzen.
Die Notiz, die Ihre Zeitung veröffentlichte, überging diese Tatsache und präsentierte
eine rechtlich geregelte Angelegenheit als eine unsinnige und nicht existierende
Maßnahme, um „die munizipale Autonomie seitens der Regierung zu zertreten".
(Nicht provinzial, denn in Nicaragua gibt es keine Provinzen, sondern Departements
und Munizipale.)
Die Amtsenthebung von Bürgermeistern, weil sie die Mehrheit im Rat verloren
haben, ist Teil des Lebens in den Munizipalen. Das kann passieren, wenn eine
Anzahl von Ratsmitgliedern einer oder mehrerer Parteien beschließt, ihre Stimmen
dem Kandidaten einer anderen Partei zu geben. So geschah es in der Stadt Boaco,
Gegenstand der Notiz, in der ein Ratsmitglied der Konstitutionellen Liberalen Partei
(PLC) seine Stimme den Sandinisten gab. Dadurch entstand eine neue Mehrheit
und der liberale Bürgermeister musste gehen.
Diese Erscheinung wird in Spanien „Desertion“ genannt und es hat eine Menge
Situationen gegeben, die man gar nicht alle zitieren kann. Es reicht, daran zu erinnern,
dass diese Erscheinung 1998 Alarm ausrief, sodass man den Pakt Anti-
Desertion abschloss. Zwischen 2003 und 2007 gab es 67 Fälle munizipaler Desertion.
Allein in der autonomen Gemeinde Madrid wurden zwei Bürgermeister entlassen:
einer im Dezember 2008, der andere im vergangenen Juni. Niemand hat darin
eine Konspiration gegen die munizipale Autonomie gesehen. Es gibt auch keine
solche Konspiration in Nicaragua.
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Nicaragua Persente!
Von Evangelina Benavides
Die Vertreter der nicaraguanischen Jugend erklärten, dass die sandinistische Regierung
die Wiederherstellung der Rechte des nicaraguanischen Volkes und die
Erfüllung der von Comandante Carlos verkündeten revolutionären Werte und Pflichten,
aus dem Vaterland das freie Nicaragua werden zu lassen, zu ihrem Manifest
machte.
Carlos Fonseca Amador wurde am 23. Juni 1936 im Stadtteil Laborío von Matagalpa
geboren. Er nahm das Vermächtnis des freien Nicaraguas von Sandino auf und
organisierte den Kampf für die nationale Souveränität gegen die Somoza-Diktatur
und die Yankee-Invasoren. Der Kampf von Comandante Carlos Fonseca begann
mit der Gründung der FSLN, die das Ziel verkündete, der Somoza-Dynastie ein
Ende zu bereiten und Nicaragua zum freien Vaterland zu machen, so, wie Sandino
es wollte.
Die Nationalleitung der Sandinistischen
Jugend (JS19J) und Mitarbeiter des
Sandinistischen Führungsrates (CLS)
des Nicaraguanischen Instituts der Jugend
(INJUVE) organisierten eine Veranstaltung
am Mausoleum des Vaters der
Sandinistischen Volksrevolution, Comandante
Carlos Fonseca Amador, zum
Gedenken an seinen 74. Geburtstag.
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Umfragen bestätigen Präsident Ortega
Von Carlos Espinoza Flores
Die Zeichen stehen gut für die FSLN, bei den Wahlen im nächsten Jahr die absolute
Mehrheit in der Nationalversammlung zu erreichen. „Ich glaube, dass die Arbeitsweise
der Regierung, die in den Mittelpunkt ihrer Politik den Menschen stellt,
Früchte tragen wird“, sagte Grisgby.
Den Menschen zeigt sich das Wort Revolution in konkreten Fakten; nicht nur in
ideologischen Angelegenheiten, sondern in realen Ergebnissen. „Wer ein Haus
bekommt, für den ist dieses Haus die Revolution. Wer ins Krankenhaus geht und
eine gute Versorgung erfährt, für den ist dieses Krankenhaus die Revolution“, erklärte
der Journalist. Für ihn wird die neue Etappe der Revolution von der politischen,
sozialen und ideologischen Basis bestimmt, die den qualitativen Sprung in
der Konsolidierung des christlichen, sozialistischen und solidarischen Modell erlaubt.
Grisgby meint, dass dieser Sprung notwendig wird, weil „die Gesetze, die wir
haben, in ihrer Mehrheit Produkt der Regierungen der Jahre zwischen 1990 und
2007 sind. Es ist notwendig dieses Gerüst umzubauen“.
Ein anderer Fakt, welchen die Ergebnisse der Umfrage widerspiegeln, ist die
Medienkampagne der Oligarchie gegen Comandante Daniel Ortega. Diese Kampagne
führte nicht zum gewünschten Sympathieverlust. Die Leute glauben, was sie
sehen, was sie haben und nicht, was man ihnen erzählt“. Das Volk will, dass die
Veränderungen weitergehen.
Zur die Forderung der Opposition nach einer anderen Wahlordnung bei den
nächsten Wahlen, erklärte Grisgby, dass dies die Oligarchie wolle, weil sie eine
Wahlordnung installieren will, die sich ihren Interessen unterordnet und nicht das
Änderungsmodell des Sandinismus befördert. „Niemals in der jüngsten Vergangenheit
Nicaraguas hatte die Frente Sandinista einen solchen Vorsprung vor Wahlen
wie heute. Ein Jahr vor den Wahlen von 2006 gab man ihr in den Umfragen 18 bis
22 Prozent. Heute sind es 47“.
Die jüngste Umfrage von Siglo Nuevo
reflektierte, dass 47 Prozent der Bevölkerung
die Arbeit der Sandinistischen Regierung
befürwortet. Der Journalist William
Grisgby, Direktor von Radio La Primerísima,
sieht das als Beweis dafür,
dass die Regierung und Präsident Daniel
Ortega Saavedra die Interessen des
nicaraguanischen Volkes repräsentieren.
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Ein wichtiger Tag in der Geschichte der Karibikküste
Von Ricardo Cuadra Garcia
An der Veranstaltung nahmen die Koordinatorin des Rates für Kommunikation und
Bürgerschaft, Compañera Rosario Murillo Zambrana, Kardinal Miguel Obando y
Bravo sowie die Chefs der Karibikküste Lumberto Campbell und Brooklyn Rivera
teil. Comandante Lumberto Campbell erklärte, dass im Jahre 1894, als man die
Wiedereingliederung des ehemaligen Königreiches Mosquitia ausrief, den Völkerschaften
der Karibikküste versprochen worden war, ihren originären Boden zu besitzen.
Im folgenden Jahrhundert blieb dieses Versprechen uneingelöst. Jetzt wurde
das möglich, weil die Sandinistische Regierung einen revolutionären Prozess einleitete,
der dieses Recht ermöglichte.
Nach 1980 nahm man die ersten Schritte in Angriff. 1987 wurde die neue Verfassung
verabschiedet. Darauf folgte das Autonomiegesetz, das die historischen,
politischen und wirtschaftlichen Rechte der Völkerschaften der Karibikküste anerkannte.
Dann folgten die Jahre der neoliberalen Regierungen, die den Küstenbewohnern
den Boden vorenthielten. Für sie war die Karibikküste eine große Bodega,
aus der man die reichen Naturschätze wie Gold, Holz und Fisch herausholen konnte,
wie man wollte. Ansonsten blieb die Küste links liegen. Im Jahr 2003 wurde in
der Nationalversammlung auf Initiative der FSLN das Gesetz 445 angenommen,
das die Bodentitel der Gemeinden an der nicaraguanischen Karibikküste sichern
sollte. Trotzdem geschah in den Jahren danach nichts. Erst als 2007 die FSLN das
Ruder übernahm, wurden bis heute 15 von 22 gemeinsame Territorien tituliert. Bis
nächstes Jahr sollen die restlichen Titel übergeben sein. Heute gehören die Gebiete
um den Río Coco und den Río San Juan dazu – ein Territorium, das den möglichen
interozeanischen Kanal einschließt.
Der sandinistische Abgeordnete Brooklyn Rivera erklärte, dass Comandante
Daniel Ortega sein Wort eingelöst hat. Er hat sich nicht nur für die Sache der indigenen
Völkerschaften Nicaraguas, sondern der ganz Lateinamerikas eingesetzt.
Der Präsident Nicaraguas, Comandante
Daniel Ortega, übergab sechs Kommunen
die Eigentumstitel der indigenen
Gebiete der nicaraguanischen Karibikküste.
Diese Maßnahme nutzt mehr als
50 Tausend Einwohnern, die in 93 Gemeinden
leben. Dieses Ereignis ist einmalig
in der 116jährigen Geschichte der
Karibikregionen.
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Früher war er ein Held, heute nennen sie ihn Verräter
Von Pedro Ortega Ramírez
Früher war er für sie der „Held“, der „gerechte Mann“, das „Beispiel eines liberalen
Mitglieds“. Heute disqualifizieren sie ihn als „Verräter“, „Gangster“ und „Wendehals“.
Gemeint ist der gewählte Abgeordnete der Konstitutionellen Liberalen Partei
(PLC) Luis Benavides. Auf ihn richtet sich der Zorn der PLC-Führung und deren
Chef, Arnoldo Alemán. Der sagte: „Er war ein exzellenter Abgeordneter, er war ein
exzellenter Amtsträger, er war immer da, egal auf welcher Position. Aber jetzt sieht
er nicht mehr durch. Das zeigen seine Erklärungen. Er ist ein Verräter”.
Auf der Konferenz der PLC zeigte sich einmal mehr, dass viele der Verwandten
Alemáns darauf warten, für ein öffentliches Amt nominiert zu werden. Alemán deutete
an, dass Benavides und andere, die gegenwärtig eine staatliche Funktion haben,
vergessen hätten, dass sie diese mit seinem Segen besäßen.
Alemán vertritt den berüchtigten Vertrag von Metrocentro II, der die Wiederwahl
der aktuellen Mitglieder des Obersten Wahlrates (CSE) nicht unterstützt. Für
ihn ist die Aktivität von Benavides Grund genug, um seine Wiederwahl als Abgeordneten
nicht zu unterstützen und ihm einen Platz im Obersten Gericht zu verwehren.
Benavides wiederholte noch einmal, dass seine Rückkehr in den CSE mit dem
Artikel 201 der Verfassung gedeckt ist. Dieser Artikel ordnet den von der Nationalversammlung
gewählten Abgeordneten, Richtern und Amtsträgern an, ihre Posten
zu behalten, wenn für sie keine Nachfolger bestimmt wurden.
Benavides bestätigte, dass innerhalb der PLC ein erbitterter Kampf für einen
Platz im Zirkel des Ex-Präsidenten entbrannt ist, um seinen Segen für ein öffentliches
Amt zu erlangen.
12
Botschaft von Tomás an die Deserteure der FSLN
Tomás Borge in Radio La Primerísima, 09 de Julio
Tomás Borge kam aus Peru, wo er Botschafter der Republik Nicaragua ist.
Als ich am 3. Juli auf den Platz des Supermarktes „Roberto Huembes" kam, ignorierte
ich, dass ich aufgefordert worden war, vor der Menschenmenge, die am Historischen
Rückzug teilnahm, zu sprechen. Endlich angekommen aus einem entfernten
Land, stockheiser und müde, beging ich – nicht zum ersten Mal – die Ungeschicklichkeit
der Improvisation, wofür ich mich entschuldige. Es gab in der Presse
der Ultrarechten eine Kampagne gegen Daniel Ortega. Man warf ihn vor, nicht am
Historischen Rückzug teilgenommen zu haben. Das sagten diejenigen, die nicht die
Phantasie oder die Courage hatten, am bewaffneten Kampf gegen Somoza teilzunehmen.
Gewiss musste ich das auf dem Platz sagen, weil die glückliche Teilnahme einiger
bekannter Leute am besagten Marsch beschwerlich war. Es gab selbstverständlich
Tausende unbekannte Protagonisten, unter ihnen meine 13jährige Tochter
Michel, die im Kugel- und Bombenhagel marschierten. Keiner von ihnen, Monica,
die mutige Frau, William Ramírez und Carlos Núñez, die Helden der Kampfaktion,
Joaquín Cuadra und andere waren bei der Gründung der Frente Sandinista
dabei. Sie erhielten ihre Mitgliedskarte nicht in der Guerilla von Río Coco und Bocay.
Sie nahmen auch nicht an der schwierigen Odyssee von Pancasán teil, wie
Daniel Ortega, wo sich die Schwierigkeiten ablösten; schwerer und riskanter Dienst
der ländlichen Guerilla, gefährlich bewegliche Arbeit der Genossen in den Städten.
Er wurde gefangen, gefoltert und für viel Jahre eingekerkert. Seine Teilnahme am
Guerillakampf hinterlässt bei den willensstarken Protagonisten des Rückzuges
keine Meriten.
Der beliebte und geachtete Carlos Fonseca war nicht am Río Coco und in Bocay.
Durfte er deshalb nicht Anführer der FSLN sein?
Diejenigen, die ihr Leben im Rückzug riskierten waren nicht sechs Jahre im
Kerker, wie Daniel. Sie waren nicht neun Monate lang gefesselt, vermummt und
gefoltert. Das mindert aber bei keinem der Protagonisten die Ehrung für das, was
sie vor 31 Jahren leisteten, in Zeiten, als Daniel einer ihrer Mitstreiter war.
Das Tadelnswerte, das Unzulässige, das Treuelose ist, dass diese Protagonisten
aus den Reihen der FSLN desertierten und die traurigen und unmöglichen Positionen
der Rechten annahmen.
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Roberto Rivas, der Sündenbock
Der Krieg um die Macht
Von Consuelo Sandoval
Das moderne Ziel der Zerstörung ist Roberto Rivas. Nicht, weil er eine relevante
Person wäre, sondern weil er den Wahlrat präsentiert, der bei den letzten Wahlen
den rechtmäßigen Wahlsieg der Frente Sandinista bestätigt hatte. Die Attacken
gegen ihn, seine Familie und sein Umfeld waren wahllos und grausam. Rivas war in
den 90er Jahren als Richter gewählt worden, in einer Zeit, in der er als ein angesehener,
geachteter und sehr kompetenter Amtsträger eingeordnet und geschätzt
wurde, um die Wahlprozesse zu organisieren und zu lenken. Damals hatten die
Oligarchie und die Medien keine Probleme mit ihm.
Die Rechten hatten solang fortgesetztes Vertrauen in die Fähigkeiten von Rivas,
wie sie vom Volk gewählt wurden. Sie erfüllten aber in den 16 neoliberalen
Jahren nicht ihre Wahlversprechen. Sie zeigten kein bisschen menschliche und
soziale Gefühle, um die Probleme der Nicaraguaner zu lösen. Im Gegenteil. Um die
Beutel der Unternehmer zu füllen, beschlossen sie, die Telefondienste, die Energieversorgung,
das Gesundheitswesen und die Bildung zu privatisieren. Das Lob,
das die Rechten Rivas spendeten, verschwand, als der Oberste Wahlrat (CSE) den
rotschwarzen Sieg bei den Munizipalwahlen 2000 bekannt gab.
Im Jahr 2004 wiederholten die Sandinisten den Wahlsieg, sogar mit dem Bürgermeistermandat
in der Hauptstadt. Im Jahr 2006 gewann Comandante Daniel
Ortega die Präsidentschaft. Die Siegeswelle setzte sich 2008 bei den Munizipalwahlen
und kürzlich bei den Regionalwahlen an der Atlantikküste fort. Niemals
werden sie Rivas verzeihen, dass er die vom Volk gewählten Kandidaten proklamierte.
Sie wollen die weißen Kandidaten mit den blauen Augen, die unaufhörlich
so sprechen wie die Vorbilder aus den Vereinigten Staaten. Wegen ihrer Standards
begreifen sie nicht, dass ein Schwarzer ohne großen Namen dieses Land regiert.
Sie verschwendeten Tonnen Papier, Fässer
voll Tinte, Elektroenergie, Gehälter, Autofahrten
und Auslandsreisen. Der Aufwand ist
nicht wichtig. Die Besitzer der Medien rechnen
mit genügend Ressourcen, die ihnen die
ausländischen Regierungen zur Verfügung
stellen, um Kampagnen der Entwürdigung
und Diffamierung zu finanzieren. Das Grundsätzliche
ist, den Gegner zu demolieren und
wenn möglich, ihn aus der Institution auszutauschen
und des Landes zu vertreiben.
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Heute beschimpfen die Rechten Rivas als Korrupten und Verräter. Sie werfen ihm
den Kauf seiner angeblichen Villen, Luxusautos, die „ungerechtfertigte“ Genehmigung
seines Wohnsitzes, das Studium seiner Kinder in Costa Rica und seine Verbindung
zu Kardinal Miguel Obando vor. Sie haben Roberto Rivas satanisiert. Sie
gingen bis zum Extrem, einen Boykott der Nationalversammlung zu beschließen,
damit man ihn und weitere 24 Amtsträger nicht für ihr Amt bestätigen konnte. Sie
erreichten nichts, denn Präsident Ortega bestimmte die Amtsführung der 25 per
Dekret. Die Machtpositionen des Staates blieben gut besetzt. Diese Präsidentschaftsentscheidung
basierte auf dem Artikel 201 der Verfassung, der besagt, dass
die aktuellen Amtsträger ihr Amt solange fortsetzen bis die Nachfolger gewählt oder
ernannt wurden.
Auf gleiche Weise wollten die Rechten einen anderen Beschluss des Obersten
Gerichts über den Rechtseinspruch des Präsidenten und der sandinistischen Bürgermeister,
den sie gegen die Verfassungsnorm einlegten, die es ihnen nicht erlaubt,
erneut gewählt zu werden, nicht wahrnehmen.
Rivas stellt keine Gefahr für die Rechten dar. Sie haben ihn in ein Hindernis
verwandelt, um ihre Pläne des Wahlbetrugs durchzuführen und ihn als Wahlrichter
zu verdrängen mit dem Ziel, ihre Kandidaten nach vorn zu manövrieren. Die Oligarchie
ist davon überzeugt, dass ihr Präsidentschaftskandidat an den Wahlurnen
erneut von Ortega geschlagen wird. Deshalb beginnen sie die Organisation der
kommenden Wahlkampagne zu diskreditieren. Der heutige Amtsträger des CSE ist
dafür der Sündenbock. Deshalb bereiten sie Bedingungen vor, um im Voraus einen
Wahlbetrug zu deklarieren, die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS)
anzurufen und wenn möglich, den bewaffneten Einmarsch der Vereinigten Staaten
in Nicaragua zu fordern.
Der Wahlsieg des Präsidenten Ortega steht bevor. Dann könnten die sozialen Programme
und Projekte, die seine Regierung einführte und die den Heiden und Christen
ohne Unterschied der politischen Farbe, Rasse und Glauben zu Gute kamen,
fortgesetzt werden. Das hat sich im Bewusstsein des Volkes eingebrannt, das seine
eroberten Rechte nicht wieder verlieren will.
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Alle Munizipale der Republik werden überprüft
Von Pedro Ortega Ramírez
Das kündigte der Präsident des CGR, Guillermo Argüello Poessy, an. In Kürze
werde Alemán vor dem CGR wegen Korruption stehen. „Ich respektiere die Meinung
des Herrn Ex-Präsidenten, aber ich weise die Behauptungen der Liberalen
zurück, dass die Rechnungsprüfung ein irregulärer Akt sei. Wir werden nicht nur
Boaco prüfen“.
In Boaco war der Administrator Hugo Barquero auf Beschluss des Munizipalrates
beurlaubt worden. Vor ihm hatte der Liberale Juan Obando den Posten innegehabt.
Er war auch beurlaubt worden. Sie standen im Verdacht der Korruption.
Die liberalen Stadträte demonstrierten, Resonanzboden von Alemán zu sein, als sie
die Sprüche ihres Anführers wiederholten. Sie behaupteten, dass ihre Forderungen
rechtens waren und dass die Bevölkerung ihrer Munizipale mehr erwartete, als sie
erfüllen konnten. „ich möchte den Herren Bürgermeistern sagen, dass Ex-Präsident
Alemán von mir nicht aufgefordert war, zu reden. Was er sagte, geht auf sein eigenes
Konto. Ich respektiere seine Meinung, aber hier (in Boaco) sprechen wir mit
den liberalen Bürgermeistern. Wenn die Geschäftsführung geprüft wird, dann wird
niemand verfolgt. Wenn die Konten stimmen, was ist daran Verfolgung?“
Der Rechnungsprüfer Lino Hernández hatte sich entschieden, seine Aufgabe niederzulegen,
weil seine Forderungen nicht bezahlt worden sind. Der Präsident des
CGR sagte, dass Hernández die Forderungen nicht erhielt, weil es dafür kein Budget
gab. Er habe nur das Recht auf Urlaub und einen Zahlungsanteil, der 98 Tausend
Córdoba beträgt. Er bedauere, dass man nicht mehr Geld habe und er hoffe,
dass Hernández seine Arbeit bald wieder aufnimmt.
Der Rechnungshof der Republik (CGR)
wird in den kommenden fünf Jahren alle
lokalen Verwaltungen auf Umgang mit
den Munizipalmitteln überprüfen. Diese
Maßnahme wurde notwendig, weil in
Boaco Unregelmäßigkeiten im Umgang
mit den Munizipalmitteln aus Zeiten des
Ex-Präsidenten Arnoldo Alemán und
seiner liberalen Kumpane aufgedeckt
worden sind.
16
Inhalt:
31. Jahrestag des Triumphes der Sandinistischen Volksrevolution 1
Festakt in der nicaraguanischen Botschaft 4
Lehrstuhl Sandino eröffnet 6
Die Munizipale Nicaraguas 7
Nicaragua presente! 8
Umfragen bestätigen Präsident Ortega 9
Ein wichtiger Tag in der Geschichte der Karibikküste 10
Früher war er ein Held, heute nennen sie ihn Verräter 11
Botschaft von Tomás an die Deserteure der FSLN 12
Roberto Rivas, der Sündenbock 13
Alle Munizipale der Republik werden überprüft 15
Redaktionsschluss: 20. Juli 2010
Impressum:
Herausgeber: Nueva Nicaragua e.V.
c/o Jürgen Mirtschink,
Gürtelstraße 33a, 10247 Berlin, Tel. 030-2961586
Redakteur: Wolfgang Herrmann,
Dreesch 18, 17291 Grünow, Tel. 039857-3339
Druck und Vertrieb: Dr. Ute Kaden,
Hans-Grundig-Straße 3, 39128 Magdeburg, Tel. 0391-2517558
Konto: 7486554007, BLZ 10090000
Berliner Volksbank, Nueva Nicaragua e.V.,
Internet: www.nuevanicaragua.de
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