Kamasutra oder Harakiri - für Linke dasselbe?

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Eigentlich war am Wochenende einiges los, was Hoffnungen wecken sollte:

In der Türkei blitzte es auf. Lange schon wurde mit nackter Gewalt ein Regime an der Macht gehalten, das eigentlich mit "demokratisch" so gut wie nichts zu tun hatte. Friedhofsruhe, gestützt auf offenen Terror, Drohnentest, gezieltem und ungezieltem Morden ... Und plötzlich fällt auf, dass die Bürger dort eben noch nicht tot sind, sondern revoltieren.

Am Mittelmeer prüfen die besonders intensiv ausgequetschten Völker die Stärke ihrer Muskeln. Muss "man" sich alles gefallen lassen? Ist ein Kraut gegen die Übel des euopäischen Imperialismus gewachsen?

In Frankfurt hat man das Rückenmark der Macht entdeckt. Die Bankenwelt wird als Täter erkannt, die Macht schlägt zurück. Nackt und offen brutal, weil ohne Demokratie es sich vielleicht doch ungestörter herrschen ließe, so ein wenig deutsch-türkischer Erfahrungsaustausch in Fragen der Bürgerbekämpfung.

Erste Politiker der europäischen Linken überlegen ernsthafter, wie man koordinierter gegen die internationale Macht des globalisierten Kapitals vorgehen könnte ...

Was aber machen manche Spaßvögel (?!) in der deutschen Linkspartei? Sie verteidigen einen Seibert-Virus und werfen denen, die letztlich nicht anders konnten, als den Nazisprech-Nutzer aus seiner Funktion zu entfernen, das "Gesicht eines autoritären Kommunismus" vor. 

Sehen wir einmal von dem Witz ab, Kipping/Riexinger überhaupt als Gesichter irgendeines Kommunismus zu haluzinieren, so füllt ein solches Auftreten den Sachverhalt der Sabotage. Wer die Partei Die Linke gruppiert in Auf der einen Seite die ewig gestrigen Dehm/junge Welt und das gesamte unwürdige K-Gruppen-Pack der Westlinken und auf der anderen Seite die arroganten und selbstgefälligen Reformer aus dem Osten kann eigentlich nur ihr Feind sein. (http://linkespankow.wordpress.com/2013/06/01/linke-causa-seibertdehm-bricht-alte-wunden-auf-oder-kindergarten-grose-gruppe/

Zum Fall Mark Seibert wäre eigentlich wenig zu sagen. Wer verantwortlich für die öffentliche (Internet-)Präsentation einer Partei Statements verbreitet, deren Schädlichkeit für die Partei ihm bewusst sein müssen, ist für eine solche Funktion untragbar. Es geht hier nicht um eine wie auch immer geartete Wertung von D. Dehm. Es sollte überlegt werden, in welcher Art Unternehmung er nicht seine Kündigung erhalten hätte. Der abseitigste Ornitologenverband würde einen Funktionär feuern, der öffentlich einen anderen Funktionär einen anderen als "Vogel, die mit der ganzen Brut auszuräuchern ist" bezeichnete.

Aber damit beschäftigen sich Leute mit angeblich linker Einstellung. Da kann man sich fragen, ob auch die Linken von V-Leuten unterwandert sind, die intensiv daran arbeiten, den Einfluss einer konstruktiv gesellschaftsverändernden Kraft minimal zu halten, ob sie einfach dumm oder unkompetent oder ob sie nur geltungssüchtig sind. Als Letzteres haben sie natürlich als Dreckschleuder gegen die Linken in der Linken eine sonst nicht gegeben Chance auf Beachtung in Mainstreammedien (Bartsch-Syndrom). Dummheit und Inkompetenz ist bedauerlich. Da müsste der Schaden begrenzt werden, indem sie in die zweite Reihe zurückgezogen werden. Als U-Boot des Kapitals könnte man ihnen allerdings gratulieren: Gute Arbeit! Keine Prügel- und Sprayorgie unausgeschlafener Gesetzesverhüter könnte so wirkungsvoll das Anwachsen einer alternativen Bewegung verhindern wie die professionellen Eigendarmzerfleischer ...

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